Teriparatid wirkt nach antiresorptiver Osteoporose-Therapie

BASEL (djb). Das osteoanabol wirksame Parathormonfragment Teriparatid erhöht bei Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose signifikant die Knochendichte an der Lendenwirbelsäule, auch wenn die Patientinnen zuvor bereits über längere Zeit mit einem Antiresorptivum behandelt worden sind. Dies bestätigen neue Studiendaten.

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In einer prospektiven, randomisierten Studie wurde die Veränderung der Knochendichte nach einer sechsmonatigen Therapie mit 20 µg Teriparatid (Forsteo®) pro Tag bei 201 Frauen in der Postmenopause mit und ohne vorheriger antiresorptiver Therapie untersucht. Die Studienteilnehmerinnen hatten eine manifeste Osteoporose. Alle Frauen erhielten zusätzlich zu dem Parathormonfragment 500 mg Kalzium und 400 bis 800 I.E. Vitamin D.

Die Frauen wurden in drei Gruppen unterteilt: Patientinnen ohne vorherige Therapie (n = 31), Frauen, die erfolgreich mit einem Antiresorptivum behandelt worden waren (n = 40) und Frauen, die inadäquat auf eine vorherige antiresorptive Therapie angesprochen hatten (n = 130). Meist hatten die Frauen zuvor als Antiresorptivum ein Bisphosphonat eingenommen.

Als inadäquates Ansprechen war etwa das Auftreten einer neuen vertebralen oder extravertebralen Fraktur nach einer zwölfmonatigen antiresorptiven Therapie definiert oder ein weiterer Knochendichteabfall um mindestens 3,5 Prozent an Wirbelsäule oder Schenkelhals.

Unabhängig davon, ob die Frauen zuvor bereits mit einem Antiresorptivum behandelt worden waren und unabhängig davon, wie erfolgreich dies war, kam es nach sechsmonatiger Therapie mit Teriparatid zu einem signifikanten Anstieg der Knochendichte an der LWS.

Das hat Dr. Christopher Niedhart von der Orthopädischen Universitätsklinik der RWTH Aachen bei einem Symposium des Unternehmens Lilly in Basel berichtet. Bei Frauen, die auf eine antiresorptive Behandlung inadäquat angesprochen hatten, nahm unter Teriparatid die Knochendichte an der Gesamt-Hüfte geringfügig um 0,9 Prozent ab.

Bei den anderen Frauen gab es keine signifikante Änderung. Ein verzögerter Anstieg der Knochendichte am proximalen Femur unter einer Therapie mit dem Parathormonfragment nach vorhergehender Behandlung mit einem Bisphosphonat war bereits in der Triple-A-Studie beobachtet worden (wir berichteten). Das sei vermutlich auf eine längere Latenzzeit bei der Umstellung von starker Suppression auf eine starke Stimulation des Knochenstoffwechsels in Knochen mit einer höheren kortikalen Komponente zurückzuführen, sagte Niedhart.

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