Testosteron-Therapie macht Patienten mit Herzinsuffizienz leistungsfähiger

ROM (ob). Bei chronischer Herzinsuffizienz kann durch eine Behandlung mit Testosteron die körperliche Leistungsfähigkeit der Patienten anscheinend deutlich verbessert werden.

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Zu diesem Ergebnis kommt eine italienische Forschergruppe um Dr. Giuseppe Caminiti aus Rom in einer neuen Studie bei 70 männlichen Patienten mit Herzinsuffizienz im NYHA-Stadium II oder III (JACC 54, 2009, 919).

Die Studienteilnehmer erhielten zusätzlich zur Standardtherapie alle sechs Wochen per intramuskulärer Injektion entweder ein langwirksames Testosteron-Präparat (jeweils 1000 mg) oder Placebo. Zu Beginn vorgenommene Untersuchungen ergaben, dass sowohl die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) - die Standardmessgröße für die aerobe Leistungsfähigkeit - als auch die am Quadrizeps gemessene Muskelkraft in direkter Beziehung zur Höhe des Testosteronspiegels standen.

Auf beide Funktionsparameter hatte die 12-wöchige Behandlung mit Testosteron denn auch einen positiven Einfluss: Sowohl die anhand des VO2max-Werts gemessene körperliche Leistungsfähigkeit als auch die Muskelkraft nahmen bei den Patienten der Testosteron-Gruppe jeweils signifikant zu. In der Placebo-Gruppe gab es dagegen keine Veränderungen. Zudem zeigte sich auch die Insulinsensitivität unter der - im übrigen gut verträglichen - Testosteron-Therapie deutlich verbessert.

Die Testosteron-Behandlung hatte dagegen keine Auswirkungen auf die linksventrikuläre Funktion, dies lässt vermuten, dass die verbesserte Belastungskapazität Folge von positiven Veränderungen auf muskulärer Ebene ist. Experimentelle Daten stützen diese Vermutung. Nach ersten Erfahrungen der Forschergruppe aus Rom profitieren auch ältere Frauen mit Herzinsuffizienz von einer solchen Behandlung.

Noch reichen die Daten aber nicht aus, um den Testosteronersatz zur Standardtherapie bei Herzinsuffizienz zu erklären. Dazu bedarf es noch weiterer und vor allem größerer Studien.

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