Direkt zum Inhaltsbereich

Therapie mit NSAR oft ohne Magenschutz

AMSTERDAM (hub). Viele Patienten mit entzündlichen Gelenkerkrankungen haben gastrointestinale Risikofaktoren - etwa Alter oder Ulkusanamnese. Trotzdem nehmen sie traditionelle nicht-steroidale Antirheumatika (tNSAR) ohne Magenschutz. Dies gilt sogar für jeden vierten Patienten, der bereits eine Magenblutung hatte.

Veröffentlicht:

Zu diesem Ergebnis kommen Professor Andrew Moore und seine Kollegen von den Universitäten Oxford und Swansea in Großbritannien. Die Forscher haben acht Studien der Jahre 2002 bis 2005 aus sechs Ländern - Deutschland war allerdings nicht dabei - mit fast einer Million NSAR-Anwendern ausgewertet.

Die Ergebnisse wurden beim europäischen Rheumakongreß EULAR vorgestellt: 67 bis 91 Prozent der Patienten, die regelmäßig NSAR einnehmen und mindestens einen gastrointestinalen Risikofaktor haben, waren ohne Magenschutz. In einer Veröffentlichung aus den USA galt das sogar für jeden vierten Patienten, der bereits eine Magenblutung hatte. Als Magenschutz wurde die Einnahme eines tNSAR plus Protonenpumpen-Hemmer (PPI) oder H2-Blocker oder die Einnahme eines Coxibs gewertet.

In einer der acht Studien wurde auch die Therapietreue der Patienten mit tNSAR plus PPI oder H2-Blocker im Zeitverlauf untersucht: Nach 100 Tagen nahmen 50 Prozent der Patienten den H2-Blocker und 40 Prozent den PPI nicht mehr ein, nach einem Jahr waren es 70 und 60 Prozent.

Diese Erfahrung hat Professor Klaus Krüger vom Rheumatologischen Praxiszentrum in München ebenfalls gemacht: "Mit der Zeit vergessen die Patienten, warum die Einnahme des PPI notwendig ist", sagte Krüger zur "Ärzte Zeitung". Ein weiteres Problem sei außerdem die Selbstmedikation mit freiverkäuflichen NSAR, so Krüger.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Prognose meist günstig

Schulterschmerzen in der Hausarztpraxis: Aufklären statt röntgen!

Komorbiditäten bei Typ-2-Diabetes

Kaputte Knie? Schlecht für die Blutzuckerkontrolle!

Real-World-Daten

Duale Therapie: Chance bei refraktärer Psoriasisarthritis

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Leserumfrage

Umfrage zur E-Patientenakte: Alltag statt Aufbruch

Lesetipps
Eine ältere Frau schaut traurig aus dem Fenster

© terovesalainen / stock.adobe.com

Empfehlungen für die Therapie

So holen Sie Ihre Patienten aus der Post-Stroke-Depression

anatomisches Herz

© abhijith3747 / stock.adobe.com

Empfehlungen im Überblick

ESC-Leitlinie Herzinsuffizienz: Das sind 7 wichtige Änderungen

Beim DEGAM-Kongress machten Teilnehmer ein Selfie.

© Rolf Schulten

Kompakt informiert

DEGAM-Kongress: Unsere Beiträge im Überblick