Phantom-Ton

Tinnitus-Therapie im Alltagstest

Welchen Nutzen bringt die Akustische CR®-Neuromodulation Tinnitus-Kranken? Halbjahresdaten einer Studie liefern Antworten aus der Praxis.

Veröffentlicht:
Nervende Töne.

Nervende Töne.

© Kaarsten / fotolia.com

MANNHEIM. Mit der Akustischen CR®-Neuromodulation (Coordinated Reset) gibt es für Patienten mit chronisch-tonalem Tinnitus eine neue Therapieoption. Sie wird in der Studie RESET Real Life in 23 Facharztpraxen einem Alltagstest unterzogen.

In der Studie werden Leistungsfähigkeit und Sicherheit der Therapie bei einjähriger Langzeitanwendung bei 200 Patienten geprüft, teilt das Unternehmen ANM Adaptive Neuromodulation GmbH mit.

Die von Dr. Joachim Wichmann, HNO-Facharzt aus Krefeld, bei einer Veranstaltung in Mannheim vorgestellte Halbjahresanalyse der RESET Real-Life-Studie umfasst Daten von 152 Patienten mit chronisch-tonalem Tinnitus, die täglich vier bis sechs Stunden mit der Akustischen CR®-Neuromodulation behandelt wurden.

Bei 71 Prozent der Betroffenen verringerte sich die Beeinträchtigung durch den Tinnitus innerhalb von sechs Monaten über alle Grade hinweg klinisch relevant um mindestens zwei Punkte im Tinnitus-Beeinträchtigungs-Fragebogen (TBF-12), unabhängig von der Dauer des Tinnitus, heißt es in der Mitteilung des Medizintechnologie-Unternehmens.

"Betrachtet man die einzelnen Beeinträchtigungsgrade, konnte die Anzahl der mäßig und schwer Betroffenen halbiert werden", wird Wichmann zitiert.

Klinischer Gesamteindruck wird verbessert

Bereits nach 14 Tagen Therapie hätten knapp ein Drittel der Patienten in der siebenstufigen Clinical Global Impression Improvement Scale (CGI-I) eine positivere Selbsteinschätzung angegeben, so das Unternehmen.

Nach sechs Monaten habe sich der Anteil mit verbessertem klinischen Gesamteindruck auf 64 Prozent signifikant verdoppelt.

Die Therapie mit der Akustischen CR-Neuromodulation wird individuell auf den jeweiligen Tinnitus-Ton angepasst. Betroffene hören ihr personalisiertes CR-Therapiesignal mittels Kopfhörer von einem kleinen Patientengerät, dem CR-Neurostimulator, über einen mehrmonatigen Zeitraum für vier bis sechs Stunden über den Tag verteilt. Die Therapietöne liegen dabei nur knapp über der Hörschwelle und schränken die Patienten im Alltag nicht ein.

Dies bestätigt auch die RESET Real Life-Studie: 98 Prozent der Patienten seien therapietreu und hätten die Therapie bisher durchgehend angewendet, wird Wichmann zitiert.

Die Patienten berichteten zudem, dass die Therapie gut handhabbar und einfach in den Tagesablauf zu integrieren ist.

Die Akustische CR-Neuromodulation ist nach Angaben des Herstellers bereits in mehreren Ländern für die Behandlung bei chronisch-tonalem Tinnitus verfügbar und wird unter anderem in der Schweiz, in Österreich und Belgien sowie Großbritannien und Ungarn angewendet. (eb)

RESET steht für Randomized Evaluation of Sound Evoked treatment of Tinnitus

Mehr zum Thema

Halitosis

Was hinter Mundgeruch stecken kann

Das könnte Sie auch interessieren
Praxisfall im Podcast: Atemwegsinfekt

© Bionorica SE

Phytoneering-Akademie

Praxisfall im Podcast: Atemwegsinfekt

Anzeige | Bionorica SE
Antibiotika – Fluch und Segen

© Bionorica SE

Podcast

Antibiotika – Fluch und Segen

Anzeige | Bionorica SE
Brauchen wir noch Antibiotika?

© deepblue4you | iStock

Content Hub

Brauchen wir noch Antibiotika?

Anzeige | Bionorica SE
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

© Vink Fan / stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Lesetipps
Ei Spiegelei in einer Pfanne

© Kevsan / stock.adobe.com

Gastbeitrag

Sind Eier wirklich so gefährlich für Herz und Gefäße?