Diabetes mellitus

Tipps für Kollegen zum Einstieg in die Insulintherapie

WIESBADEN (hbr). Typ-2-Diabetikern den Einstieg in die Insulintherapie schmackhaft zu machen kann eine Herausforderung sein. Denn viele stehen der Behandlung ablehnend gegenüber. Die Ursachen reichen bis zu dem Gefühl, versagt zu haben.

Veröffentlicht: 20.04.2007, 08:00 Uhr

"Die Einstellung, der Beginn der Insulintherapie bedeute persönliches Versagen, ist der stärkste Prädiktor für die Ablehnung von Insulin", so die Psychologin Susan Woods bei einem Symposium von Novo Nordisk in Wiesbaden. Die Patienten haben dann das Gefühl, bisher nicht genug abgenommen, sich nicht genug bewegt, die Ernährungsvorgaben nicht gut genug eingehalten zu haben. Ein solches "Versagen" verursacht Scham und Vermeidungsverhalten. Dem kann eine Aufklärung, wie Typ-2-Diabetes entsteht und fortschreitet, vorbeugen: Schließlich verläuft die Krankheit progressiv - auch dann, wenn die Patienten alle Regeln befolgen.

Viele Diabetiker plagt zudem die Angst, eine Insulintherapie sei zu schwierig und könne sie überfordern. Ihnen hilft ein langsames Einarbeiten. Auch die Angst vor einer Gewichtszunahme hält gerade übergewichtige Typ-2-Diabetiker vom Insulin ab. Ihre Furcht ist bekanntlich berechtigt, aber nicht bei allen Insulinen gleich groß. So fand die Studie PREDICTIVE* für das Basalinsulin Detemir (Levemir) im Vergleich zu NPH-Insulin und Insulin glargin sogar eine leichte Gewichtsabnahme.

Bei Problemen mit dem Insulinstart empfiehlt Wood, Patienten mit interessierten Nachfragen gesprächsbereit zu machen: "Was gefällt Ihnen an Ihrer bisherigen Therapie?" Das signalisiert ein Eingehen auf die Patienten. "Sie werden dann offener mitteilen, wo die Barrieren liegen", so die Psychologin aus Hamburg.

Daran kann man dann anknüpfen. So hängen manche aus Bequemlichkeit an einem einfachen Tablettenschema. Ihnen könne die einmal tägliche Injektion von Basalinsulin eine ebenso leichte, aber für den Stoffwechsel bessere Alternative bieten. Bei Menschen, die nur eigene Entscheidungen mögen, hilft die Frage, ob sie sich vorstellen könnten, die vorgeschlagene Therapie für einige Wochen auszuprobieren. Falls nicht, liefern sie vielleicht selbst eine Idee.

*PREDICTIVE: Predictable Results and Experience in Diabetes through Intensification and Control to Target: an International Variability Evaluation

Mehr zum Thema

Erhöhtes Risiko

Diabetiker sind gefährdeter für schweren COVID-19-Verlauf

Das könnte Sie auch interessieren
Umstellung auf GLP-1-RA – Welche Rolle spielt der Hausarzt?

Erfahrungen aus der Praxis

Umstellung auf GLP-1-RA – Welche Rolle spielt der Hausarzt?

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Was kann ein GLP-1-RA?

Start in die Injektionstherapie

Was kann ein GLP-1-RA?

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Studienlage im Überblick

GLP-1-RA für Erstverordner

Studienlage im Überblick

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Trump: USA steigen aus der WHO aus

Mitten in der Corona-Krise

Trump: USA steigen aus der WHO aus

TI-Störung – gematik bittet Ärzte um Mithilfe

Telematikinfrastruktur

TI-Störung – gematik bittet Ärzte um Mithilfe

Diabetiker sind gefährdeter für schweren COVID-19-Verlauf

Erhöhtes Risiko

Diabetiker sind gefährdeter für schweren COVID-19-Verlauf

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden