Topiramat schützt vor häufigen Migräneattacken

NASHVILLE (run). Gerade für Patienten mit häufigen Migräneattacken ist eine wirksame Prophylaxe wichtig. In einer großen kontrollierten Studie hat sich nun dazu das Antikonvulsivum Topiramat als effektiv erwiesen - und zwar bereits im ersten Behandlungsmonat. Dies bestätigt die Daten kleiner Studien.

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An der jetzt im "JAMA" publizierten Studie nahmen 483 Patienten mit drei bis zwölf Migräneattacken pro Monat teil (291, 2004, 965). Sie wurden entweder mit Placebo oder mit Topiramat in einer Dosierung von 50, 100 oder 200 mg pro Tag - aufdosiert in 25mg-Schritten pro Woche - über insgesamt 26 Wochen behandelt.

Ergebnis danach: Die Attackenfrequenz mit Antikonvulsiva-Therapie - vor allem in einer Dosis von 100 und 200 mg - war signifikant geringer als vor Studienbeginn. Der Effekt trat bereits im ersten Monat auf und hielt an. Es gab zudem weniger Tage mit Migräne und eine Akutmedikation war seltener nötig. Die Ansprechrate - definiert als Attackenreduktion um mindestens 50 Prozent - betrug 39 Prozent bei 50 mg Verum, 49 Prozent bei 100 und 47 Prozent bei 200 mg, aber nur 23 Prozent mit Placebo.

Nach Ansicht der Studienautoren entspricht die Wirksamkeit von 100 und 200 mg Topiramat somit der von Migräneprophylaktika der 1. Wahl wie Propranolol, bei insgesamt akzeptabler Verträglichkeit. Sie heben zudem eine weitere Besonderheit des Antikonvulsivums (als Topamax® in Deutschland auf dem Markt) hervor: Anders als bei vielen anderen Prophylaktika kam es damit bei der Therapie zur Gewichtsreduktion.

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