Chirurgie

Transplantation des Gesichts - Fluch oder Segen?

MÜNCHEN (cin). Die Ergebnisse der ersten Gesichtstransplantationen sind gut. Doch was passiert, wenn ein solches Gesicht abgestoßen wird? Bei der ersten Patientin aus Frankreich wurde ein Stück Haut als Sicherheitskontrolle eingebaut.

Veröffentlicht: 14.05.2007, 08:00 Uhr

Bislang sind drei Gesichter transplantiert worden - mit ermutigenden Langzeitergebnissen, so die Dr. Marita Eisenmann-Klein, Fachärztin für Plastische Chirurgie aus Regensburg. Jedoch gebe es auch Risiken wie eine Abstoßung - mit schlimmen Folgen.

Wird zum Beispiel eine transplantierte Niere abgestoßen, so kann das Organ entfernt werden. Der Patient wird dialysepflichtig, bis eine neue Niere gefunden wird. Anders beim Gesicht: Ein abgestoßenes Gesicht muss ebenfalls entfernt werden. Die Folge ist jedoch eine große offene Wunde mit Infektionsgefahr. Gibt es dann keinen neuen Spender, muss die Wunde mit Eigengewebe gedeckt werden. Das könnte das Aus für eine spätere Transplantation bedeuten.

Bei der französischen Patientin, die als erste ein neues Gesicht bekommen hatte, hat man sich etwas Besonderes einfallen lassen, so Eisenmann-Klein. Ihr wurde Spenderhaut mit Gefäßstil und Muskel unter die Brust verpflanzt. Bei kleinsten Veränderungen können daraus Biopsien entnommen und die immunsuppressive Therapie angepasst werden.

"Prinzipiell sind in Deutschland die mikrochirurgischen Voraussetzungen für eine Transplantation gegeben", sagte Eisenmann-Klein in München. Vorher müsse aber etwa geklärt werden, ob das Gesicht zur Organspende gehört oder nicht.

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