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Diabetes Kongress 2014

Typ-1-Diabetes mit Immuntherapie verhindern?

Schon bei Neugeborenen können Bluttests zeigen, ob ein erhöhtes Risiko für Typ-1-Diabetes vorliegt, sagen Wissenschaftler. Ihre Studie stellen sie auf dem Diabetes Kongress 2014 vor.

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BERLIN. Bei Typ-1-Diabetes entstehen autoreaktive, gegen körpereigene Eiweiße gerichtete Immunzellen, die die Insulin-produzierenden Betazellen im Pankreas zerstören.

Beginn und Verlauf der Zerstörung lassen sich inzwischen über die Bestimmung von Inselautoantikörpern mit einem einfachen Bluttest nachweisen, wie die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) anlässlich des Diabetes-Kongresses 2014 mitteilt. Der Kongress findet vom 28. bis 31. Mai in Berlin statt.

"Bereits direkt nach der Geburt können so Risikogruppen identifiziert werden, in denen etwa jeder Dritte an Typ-1-Diabetes erkrankt", so Professor Anette-Gabriele Ziegler vom Helmholtz Zentrum München, die die Studie dazu bei der Tagung vorstellt.

Nach neuen Langzeitdaten erkranken unbehandelt fast 100 Prozent aller Kinder mit mehr als einem nachgewiesenen Inselzellautoantikörper.

Studienteilnehmer werden mit Nasenspray behandelt

US-Studien belegen zudem, dass in Kapseln eingenommenes Insulin die Diabetes-Entwicklung um mindestens zehn Jahre verzögern und möglicherweise sogar ganz verhindern kann. Das oral verabreichte Insulin wird über die Darmschleimhaut aufgenommen und beeinflusst den Blutzucker nicht.

Stattdessen wird das Immunsystem trainiert, zwischen selbst und fremd zu unterscheiden: Die Konfrontation mit dem Autoantigen führt zu Immuntoleranz.

Hier setzt die Antigen-basierte Immuntherapie der INIT-II-Studie an. Über 100 Kinder und Erwachsene im Alter von drei bis 45 Jahren nehmen teil. Sie haben ein sehr hohes Typ-1-Diabetes-Risiko, das heißt mindestens einen erkrankten Verwandten und mindestens zwei positive Inselautoantikörper.

Die Teilnehmer werden mit einem Nasenspray mit Insulin oder mit Placebo behandelt, so Ziegler.

"Die Studie soll klären, ob die in der Vorstudie ermittelte regulatorische Immunantwort bei hohem Risiko vor der Krankheit schützen kann", so Ziegler. Die Ergebnisse werden in zwei Jahren erwartet. (eb)

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