Typisch Arthritis: Laufunlust bei Kindern

PARIS (hub). Bei Kindern mit entzündlichem Rheuma kommt es be-sonders auf eine schnelle Diagnosestellung an. Sonst drohen schon in jungen Jahren irreversible Schäden, nicht nur an den Gelenken. Eines der Alarmzeichen ist, dass die Kinder getragen werden wollen.

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Will ein Kind oft auf den Arm, kann Arthritis Ursache sein. Baumgartner©www.fotolia.de

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Spätestens zehn Wochen nach Beginn der ersten Symptome einer entzündlichen Gelenkerkrankung bei Kindern sollten diese beim Rheumatologen sein. Darauf wies Dr. Helen Foster von der Uni Newcastle in Großbritannien beim europäischen Rheuma-Kongress in Paris hin. Werde dann schnell eine Therapie eingeleitet, könnten Folgen wie radiologische Schäden, Wachstumsverzögerung sowie Disproportionalität der Beine verhindert oder gebremst werden.

Weltweit vergehen bis zur Diagnose einer juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA) drei bis zehn Monate, in Deutschland im Mittel sogar zehn Monate. Da die Krankheit im Vorschulalter beginnt, sind Störungen der Skelettentwicklung die Regel.

"Entzündliche Arthritiden bei Kindern sind gar nicht selten. Sie sind viermal so häufig wie Krebserkrankungen, die bei 24 pro 100000 liegen", sagte Professor Gerd Horneff von der Asklepios Klinik St. Augustin in Paris zur "Ärzte Zeitung". Es gebe allerdings nur ein geringes Bewusstsein für diese Erkrankung. In den Medien wird eher über Krebs bei Kindern berichtet. In der ärztlichen Ausbildung sei Kinderrheuma kein Thema, so Horneff. Sein Rat: Bei Gelenkschwellungen, wenn Kinder humpeln oder getragen werden wollen, gehören die Kinder zum Rheumatologen, am besten zu einem Kinderrheumatologen.

Steht die Diagnose JIA, müssen die Kinder umgehend auch zum Augenarzt, sagte Professor Arnd Heiligenhaus vom St. Franziskus-Krankenhaus in Münster. Denn 10 bis 20 Prozent der Kinder mit JIA entwickeln eine Uveitis, und es droht Visusverlust. Da bei JIA eine Uveitis oft ohne typische Symptome ablaufe, könnte die Erkrankung ohne augenärztliche Untersuchung übersehen werden. Besonders groß ist das Uveitis-Risiko bei einer persistierend polyarthrikulären Form der JIA. Wichtig: Bei zehn Prozent kommt die Uveitis bereits vor den Gelenksymptomen. Heiligenhaus riet, die Kinder nach der Erstuntersuchung einmal im Jahr zum Augenarzt zu schicken.

Ein Verzeichnis kinderrheumatologischer Einrichtungen gibt es auf: www.agkjr.de/karta.html

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