Arthrose

Übergewicht führt zu Gonarthrose und beschleunigt den Verlauf

ROTTERDAM (hub). Hausärzte haben jetzt noch ein Argument in der Hand, wenn sie ihren Patienten zum Abnehmen raten: Übergewicht geht auf die Kniegelenke. Das bestätigt eindrucksvoll eine große Studie aus den Niederlanden.

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In der Rotterdam-Studie mit 3585 Personen über 55 Jahren wurde untersucht: Besteht zwischen dem Body Mass Index (BMI) und der Häufigkeit von Gonarthrose und Coxarthrose ein Zusammenhang? Das Ergebnis ist eine fast lineare Assoziation zwischen dem BMI und der Häufigkeit einer Gonarthrose (Ann Rheum Dis 66, 2007, 158). Eine Coxarthrose hingegen ist nicht mit dem BMI assoziiert. Die Ergebnisse im Einzelnen:

  • Bei einem BMI unter 25 hatten nur 3 Prozent der Teilnehmer sechs Jahre nach Studienbeginn eine radiologisch nachweisbare Kniearthrose,
  • lag der BMI zwischen 25 und 27,5 waren es 5,2 Prozent,
  • und bei einem BMI über 27,5 hatten nach sechs Jahren 9,3 Prozent eine Gonarthrose.

Doch nicht nur die Inzidenz, auch die Progression der Gonarthrose hängt vom BMI ab: je höher der BMI, desto schneller die Progression. Hier wurden nur Daten der 532 Patienten ausgewertet, die schon zu Beginn der Studie eine Gonarthrose aufwiesen. Lag der BMI unter 25, hatten 3,6 Prozent nach sechs Jahren eine Krankheitsprogression, bei einem BMI zwischen 25 und 27,5 waren es 7,5 Prozent und bei einem BMI über 27,5 wiesen 11,2 Prozent ein röntgenologisches Fortschreiten der Kniegelenksarthrose auf.

Für die Häufigkeit einer Hüftarthrose hingegen war die Höhe des BMI nicht entscheidend. Hier lag die Inzidenz bei 3,5, 4,5 und 4 Prozent für die drei BMI-Werte. Und auch die Progression einer Coxarthrose war nicht abhängig vom BMI.



DIE STUDIE IN KÜRZE

Studie: populationsgestützte prospektive Kohortenstudie, mit 3585 Personen über 55 Jahren

Methode: Untersuchung zu Beginn und nach sechs Jahren, Röntgen von Hüfte und Knie. Als Progression galt eine Gelenkspaltverschmälerung von mehr als 1,5 mm.

Ergebnis: eindeutiger Zusammenhang von Höhe des BMI und Inzidenz sowie Progression von Gonarthrose, nicht aber von Coxarthrose

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