Direkt zum Inhaltsbereich

Überlebensvorteil durch Docetaxel-Therapie

MÜNCHEN (sto). Das Rezidivrisiko von Frauen mit operablem Brustkrebs und Lymphknotenbefall läßt sich durch eine adjuvante Chemotherapie auf der Basis von Docetaxel um etwa 28 Prozent senken im Vergleich zu einem herkömmlichen Therapieregime. Das Risiko, an der Krankheit zu sterben, verringert sich um 30 Prozent.

Veröffentlicht:

Das hat die BCIRG 001-Studie ergeben, an der weltweit insgesamt 1491 Frauen mit primärem Mamma-Karzinom in einem frühen Stadium teilgenommen haben, berichtete Professor Charles L. Vogel vom Cancer Research Network in Florida bei einem Symposium in München.

Überlebensvorteil unabhängig vom Hormon-Rezeptorstatus

Die Frauen profitierten von einer Behandlung mit Docetaxel (in Deutschland als Taxotere® erhältlich) unabhängig vom Lymphknotenbefall, vom Hormonrezeptorstatus oder vom HER-2-Status, sagte Vogel. Die Docetaxel-basierte Behandlung sei die einzige Chemotherapie, die einen derartigen Überlebensvorteil unabhängig vom Hormon-Rezeptorstatus belegt habe.

Geprüft wurde in der Studie eine Kombination von 5-Fluoro-Uracil, Doxorubicin und Cyclophosphamid (FAC-Schema) gegen Docetaxel, Doxorubicin plus Cyclophosphamid (TAC-Schema) in der adjuvanten Situation über sechs Behandlungszyklen alle drei Wochen. Im TAC-Schema schlossen 91 Prozent der Patientinnen alle sechs Zyklen ab, im FAC-Schema waren es 97 Prozent.

Nach fünf Jahren waren in der TAC-Gruppe noch 75 Prozent der Frauen krankheitsfrei im Vergleich zu 68 Prozent in der FAC-Gruppe, berichtete Vogel bei einem Symposium von Sanofi-Aventis. Im TAC-Arm überlebten insgesamt 87 Prozent und im FAC-Arm 81 Prozent der Patientinnen.

Mit der Behandlung nach dem TAC-Schema seien zwar mehr febrile Neutropenien aufgetreten, berichtete Vogel. Es sei jedoch nicht vermehrt zu Infektionen oder nicht-septischen Todesfällen gekommen. Das Auftreten von febrilen Neutropenien und anderen neutropenischen Komplikationen lasse sich durch eine prophylaktische Behandlung mit G-CSF vermeiden. Die nicht-hämatologischen unerwünschten Wirkungen seien in beiden Therapiearmen tolerabel und beherrschbar gewesen.

Docetaxel auch zur adjuvanten Therapie EU-weit zugelassen

Aufgrund der guten Studiendaten ist Docetaxel seit kurzem EU-weit - kombiniert mit Doxorubicin und Cyclophosphamid (TAC-Therapie) - auch zur adjuvanten Therapie von Frauen mit operablem Brustkrebs mit Lymphknotenbefall zugelassen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Prädisposition für Übergewicht

Erhöhte Sterblichkeit bei Brustkrebs durch genetisches BMI-Risiko

5-Jahres-Daten aus PHERGain

HER2-positiver Brustkrebs: Weniger Chemotherapie möglich

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Blutbild verrät Endotyp

Vier Immunendotypen des Typ-2-Diabetes: Das zeichnet sie aus

Lesetipps
Dreidimensionale medizinische Illustration des Varicella-Zoster-Virus, einem Virus das Windpocken, Hautblasen, Nesselsucht, Wunden und Gürtelrose verursacht.

© Corona Borealis / stock.adobe.com

Atypische Symptome

Kasuistik: Periphere Fazialisparese mit erstaunlicher Ursache

Verengte Atemwege bei Asthma mit entzündlich bedingten Schleimhautveränderungen.

© ag visuell / stock.adobe.com

(S)MART-Konzept

Das leisten Fixkombinationen bei Asthma