Unterstützung für legale Heroinabgabe wächst

FRANKFURT AM MAIN (chb/dpa). Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), hat den sieben Kommunen, die an der Heroinstudie teilnehmen, ihre Unterstützung zugesagt.

Veröffentlicht:

Den Städten darf nicht länger verweigert werden, lokale Drogenprobleme mit neuen Methoden anzugehen, sagte Bätzing gestern bei einem Treffen der sieben beteiligten Kommunen in Frankfurt am Main.

Das 2002 gestartete Projekt zur Stabilisierung Schwerstabhängiger ist bis Ende Juni befristet. Eine Verlängerung würde die Zulassung des synthetisch hergestellten Heroins Diamorphin als Medikament voraussetzen.

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat dies jedoch abgelehnt und fordert die Umstellung der Heroin-Patienten auf die Ersatzdroge Methadon. Die Drogenbeauftragte der Unionsfraktion, Maria Eichhorn, bekräftigte diese Position.

In Zeiten schmerzhafter Einsparungen im Gesundheitswesen sei es nicht zu vertreten, ein weiteres kostspieliges Verfahren einzuführen. "Das eingesparte Geld könnte besser für andere Projekte verwendet werden - zum Beispiel zur Drogenprävention." Derzeit erhalten noch etwa 300 Süchtige in den sieben Städten ihren Stoff vom Staat.

Allerdings gibt es eine parteiübergreifende Bundestagsinitiative, die sich dafür einsetzen will, dass die Abgabe von Heroin an Schwerstabhängige in die Regelversorgung aufgenommen wird. "In dem Moment, wo wir die Abstimmung freigeben - also weg von den Koalitionszwängen -, haben wir eine Mehrheit", ist sich zum Beispiel der Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion für Sucht- und Drogenpolitik, Detlef Parr, sicher.

Um das Projekt über die Modellphase hinaus zu erhalten, müsste der Bundestag einem in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe erarbeiteten Vorschlag zur regulären Vergabe von Diamorphin zustimmen und die Bundesregierung bis zu einer gesetzlichen Regelung den Städten die weitere Vergabe ermöglichen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Einmalige Chance sollte genutzt werden

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Beobachtungsstudie

Forschende schlagen Grenzwerte für sichereren Cannabiskonsum vor

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Chronische Wunden

Wundauflagen klug auswählen. So geht´s!

Depression, Angst, Schmerzen

Was zeichnet „schwierige“ Patientinnen und Patienten aus?

Lesetipps
Ein Impfbuch.

© Axel Bueckert / stock.adobe.com

Robert Koch-Institut

Impfkalender für 2026: Die Neuerungen im Überblick

Männer spielen Beachvolleyball

© LuneVA/peopleimages.com / stock.adobe.com

Interview mit Physiotherapeutin

Bewegung bei Nackenschmerzen: Welcher Sport ist der richtige?

Arzt-Patienten-Gespräch

© mangostock / stock.adobe.com

Interview

Wie die hausärztliche Nachsorge onkologischer Patienten gelingen kann