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HIV

Vaginalring schützt Frauen vor Infektion

Ein Vaginalring, der kontinuierlich den Wirkstoff Dapivirin abgibt, kann das Risiko einer HIV-Infektion bei Frauen um mehr als 50 Prozent reduzieren. Besonders für Frauen in Afrika ist der Vaginalring eine wichtige Möglichkeit, sich vor einer Infektion zu schützen.

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In Afrika südlich der Sahara infizieren sich doppelt so viele junge Frauen mit HIV wie junge Männer.

In Afrika südlich der Sahara infizieren sich doppelt so viele junge Frauen mit HIV wie junge Männer.

© Tone Koene / dpa

SILVER SPRING. Ein Vaginalring, der das antiretrovirale Medikament Dapivirin über die Dauer eines Monats kontinuierlich freisetzt, reduziert das HIV-Ansteckungsrisiko für Frauen. Das hat eine Phase-III-Studie ergeben, deren Ergebnisse aktuell im New England Journal of Medicine (NEJM) veröffentlicht wurden (2016; 375: 2133-2143).

Der von der Nonprofit Organisation "International Partnership for Microbicides" (IPM) entwickelte Dapivirin-Vaginalring ist die nach eigenen Angaben erste Präventionsmethode, die über lange Zeit wirksam ist und deren Wirksamkeit in zwei Studien untersucht wurde: der IPM Ring Studie und der ASPIRE Studie.

Die aktuell im NEJM veröffentlichten Daten belegen, dass der Ring HIV-Infektionen bei den 1959 Studienteilnehmerinnen um insgesamt 31 Prozent verringern konnte. Erste Ergebnisse der ASPIRE Studie, ebenfalls im NEJM veröffentlicht, zeigten ähnliche Resultate, heißt es in einer Mitteilung von IPM. Im Juli präsentierte Analysen der ASPIRE-Studie hätten gezeigt, dass das Ansteckungsrisiko bei Frauen über 21 Jahren, die den Ring durchgängig nutzten, um 56 Prozentpunkte gesenkt werden konnte. Sei der Vaginalring so gut wie exakt nach Anweisung eingesetzt worden, habe das Risiko in Subgruppen sogar um 75 Prozentpunkte oder mehr gesenkt werden können.

"Die Daten der aktuellen Studie unterstreichen die wachsende Evidenz zu Sicherheit und Wirksamkeit des Rings und seine Möglichkeiten in der HIV-Prävention", wird Dr. Zeda Rosenberg, Gründerin und Geschäftsführerin von IPM, in der Mitteilung zitiert. Besonders in Afrika infizierten sich Frauen weiterhin in erschreckendem Maße mit HIV. Sie benötigten neue Optionen für den Schutz ihrer Gesundheit.

Das Gemeinsame Programm der Vereinten Nationen zu HIV/AIDS (UNAIDS) warnte kürzlich davor, dass die aktuellen Präventionsstrategien nicht dazu geeignet seien, die HIV-Epidemie zu beenden, weil sie die Rate der Infektionen mit dem HI-Virus nicht schnell genug reduzieren könnten. Frauen hätten zudem ein besonders hohes Risiko, sich mit HIV zu infizieren. Weiter heißt es, die Veröffentlichung im NEJM sei eine wichtige Ergänzung zu bisherigen Daten über die Wirksamkeit des Dapivirin-Vaginalrings zum Schutz vor HIV und Aids, einer der weltweit häufigsten Todesursachen bei Frauen im gebärfähigen Alter.

Die nächsten Schritte, die IPM nach eigenen Angaben nun einleiten will, sind folgende:

Open-label-Studien: Zwei Openlabel-Studien — DREAM und HOPE — werden derzeit in Afrika durchgeführt. Sie schließen Teilnehmerinnen der Phase III Studie ein und sollen Erkenntnisse darüber erbringen, wann, warum und auf welche Weise Frauen den Ring nutzen. Auch sollen sie zusätzliche Daten zur Sicherheit sammeln. Sie werden zu einem besseren Verständnis dazu beitragen, wie der Ring im realen Leben der Frauen genutzt wird – jetzt wo bekannt ist, dass er sicher ist und HIV-Infektionen verhindern hilft.

Zulassungsanträge: IPM wird sich um Zulassung für den Ring bemühen. Das schließt ein umfangreiches Datendossier zur Prüfung durch die Zulassungsbehörden ein. Der erste Zulassungsantrag soll Mitte 2017 gestellt werden.

Next-Generation-Produkte: IPM entwickelt einen Drei-Monats-Dapivirin-Ring, ebenso wie einen Drei-Monats-Ring mit Dapivirin und einem Kontrazeptivum, der sowohl vor einer HIV-Infektion schützen als auch eine unerwünschte Schwangerschaft verhindern soll. Diese Produkte werden auf dem aktuellen Wissensstand aufbauen, die Wirksamkeit verbessern und könnten Lösungen für sich überschneidende Gesundheitsbedürfnisse sein. (eb/bae)

Der Dapivirin-Ring

Der Silikonring setzt kontinuierlich und direkt am Ort der möglichen Infektion durch vaginalen Geschlechtsverkehr den Wirkstoff Dapivirin frei. Im übrigen Körper wird Dapivirin nur im geringen Umfang absorbiert.

Dapivirin ist ein nichtnukleosidischer Reverse-Transkriptase-Inhibitor der die Fähigkeit des HI-Virus blockiert, sich in einer gesunden Zelle zu replizieren.

Die Lizenz für Dapivirin besitzt IPM. Die Lizenz ist nach Angaben der Organisation so ausgestaltet, dass Frauen in Ländern mit Niedrigeinkommen Zugang zu Mikrobiziden auf Dapivirin-Basis haben.

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