Verdacht auf Angststörung lässt sich leicht mit zwei Fragen prüfen

INDIANAPOLIS (mut). "Haben Sie sich in den vergangenen zwei Wochen häufig nervös, ängstlich oder gereizt gefühlt? Konnten Sie Ihre Sorgen oft nicht kontrollieren?" Bejahen Patienten diese zwei Fragen, haben sie ziemlich sicher eine Angststörung.

Veröffentlicht:

Nach Daten einer deutschen Studie hat etwa ein Viertel der Patienten in Hausarztpraxen eine Angststörung. Diese zu erkennen, ist aber oft nicht einfach: Ähnlich wie bei Depressionen kommen Patienten mit Angststörungen meist wegen körperlicher Symptome zum Arzt. "Wenn jemand sagt, er hat Rückenschmerzen, Bauchschmerzen und auch noch Kopfweh, dann lässt das an eine Angsterkrankung denken", so der Allgemeinarzt Professor Klaus Wahle aus Münster zur "Ärzte Zeitung". Bei solchen Patienten könne es sich lohnen, den Verdacht mit den zwei Fragen zu überprüfen.

Dass man Angstpatienten damit tatsächlich gut erkennen kann, hat eine US-Studie bestätigt (Ann Intern Med 146, 2007, 317). Danach wurden knapp 1000 Patienten aus Hausarztpraxen von Psychiatern auf Angststörungen überprüft. Zusätzlich füllten die Patienten vor dem Gespräch zwei Fragebogen zu Angststörungen aus: einen ausführlichen mit sieben Fragen (GAD-7, maximal 21 Punkte) und eine verkürzte Version mit den zwei genannten Fragen (GAD-2, maximal 6 Punkte). Das Ergebnis: Insgesamt stellten die Psychiater bei 19,5 Prozent der Patienten eine Angststörung fest. 92 Prozent dieser Patienten wurden auch mit dem GAD-7 erkannt (Punktwert über 8) und 86 Prozent mit dem GAD-2 (Punktwert über 3).

Lässt sich durch die Fragen der Verdacht auf eine Angststörung erhärten, rät Wahle zum ausführlichen anamnestischen Gespräch. Behandelt wird mit modernen Antidepressiva und Psychotherapie.

Die Skala "Generalized Anxiety Disorder (GAD) 7" gibt es etwa unter www.psychotherapy-center.com/GAD_7.html. Die ersten beiden Fragen bilden den GAD-2.

Mehr zum Thema

Darmkrebsmonat März

Darmkrebs bei Jüngeren: Wie lassen sie sich finden?

Versteckte Zucker

Wie Fruktose den Nieren schadet

Treat-to-Target-Strategie

Gicht: Mit der Harnsäure sinkt auch das kardiovaskuläre Risiko

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Studie aus Schweden

Dermatozoenwahn – frühes Anzeichen von Demenz?

Palliativregisteranalyse

Menschen mit Krebs: Viel Schmerz am Lebensende

Humane Papillomviren

Lässt sich Menstruationsblut für die Krebsfrüherkennung nutzen?

Lesetipps