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Vermeintliche Komedonen könnten Osteome sein

MÜNSTER (bib). Bei asymptomatischen, weißlichen Knötchen im Gesicht handelt es sich meist um Milien oder geschlossene Komedonen. Es könnten aber auch einmal miliäre kutane Osteome sein, also primäre Knochen-Neubildungen in der Haut.

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Dr. Sylvia Stanke von der Universitätsklinik in Münster und ihre Kollegen berichten von einem 60jährigen Patienten, der innerhalb von sechs Jahren etwa 70 dieser seltenen, gutartigen Weichgewebstumoren im Gesicht entwickelt hat. Die solitär stehenden, reiskorngroßen, weißlichen bis hautfarbenen, derben Papeln waren schmerzlos. Da sie jedoch kosmetisch störten, wurden sie mit Skalpell und scharfem Löffel abgetragen (Journ Deutsch Derm Ges 2, 2003, 131).

Miliäre Veränderungen, die bevorzugt im Gesicht, am vorderen Thorax, am behaarten Kopf oder an den Extremitäten vorkommen, sind nur eine der vier Erscheinungsformen des Osteoma cutis. Es gibt auch seit Geburt oder Kindheit bestehende generalisierte Osteome, einzelne, große, kongenitale Osteome sowie im späteren Lebensalter entstehende solitäre, kleine Osteome.

Diese Tumoren enthalten sowohl Knochentrabekel als auch Osteoblasten, die Fett- und Knochenmarkzellen umschließen können. Die Osteoma cutis ist eine primäre Verknöcherung, die sich darin von der sekundären Knochenneubildung bei Calcinosis cutis und Verknöcherungen bei Entzündungen, Narben und Tumoren der Haut sowie etwa beim Pseudo-Hypoparathyreoidismus unterscheidet.

Wie die Osteome entstehen, ist ungeklärt. Es wird vermutet, daß sie von embryonal versprengten mesenchymalen Knochenkeimen ausgehen. Dabei wird auch ein Einfluß von Sexualhormonen vermutet, denn junge Frauen seien etwas häufiger betroffen, so Stanke. Ein Zusammenhang mit einer Akne vulgaris in der Anamnese - wie auch bei ihrem Patienten - sei trotz mehrerer Berichte fraglich, so die Hautärztin.

Wer die Knochenknötchen wirkungsvoll entfernen will, muß zum Messer greifen. Denn, so Stanke: "Bisher ist keine zufriedenstellende Therapie bekannt, die eine Neubildung oder ein Wachstum kutaner Osteome verhindern kann."

Versuche mit dem Bisphosphonat Etidronat, das erfolgreich bei heterotoper Knochenbildung bei Morbus Paget und Myositis ossificans verwendet werde, seien wirkungslos gewesen.

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