Direkt zum Inhaltsbereich

Verschluß eines Vorhof-Shunts lindert Migräne

ATLANTA (ob). Erstmals ist jetzt in einer prospektiven Studie nachgewiesen worden, daß der Verschluß eines offenen Foramen ovale Migräne-Kopfschmerzen lindert. Ob sich diese günstigen Wirkungen bestätigen lassen, soll in einer geplanten größeren Langzeitstudie geklärt werden.

Veröffentlicht:

Bei Patienten mit Migräne ist die Prävalenz des offenen Foramen ovale in der Vorhofscheidewand deutlich höher als in der Allgemeinbevölkerung. Nach mehreren Erfahrungsberichten kann der Verschluß dieses Vorhof-Shunts die Kopfschmerzen verringern oder verschwinden lassen.

Eine Arbeitsgruppe um Dr. Peter Wilmshurst im englischen Shrewsbury hat nun in einer prospektiven kontrollierten Studie überprüft, ob wirklich ein Zusammenhang zwischen kardiologischer Intervention und Symptomlinderung besteht. Die Forscher untersuchten zunächst 432 Patienten mit schwerer Migräne kardiologisch. In Übereinstimmung mit bisherigen Beobachtungen hatten auch in diesem Kollektiv 60 Prozent ein offenes Foramen ovale.

Von diesen Patienten wurden 147 in die Studie aufgenommen. Bei der Hälfte wurde per Herzkatheter ein Verschlußsystem implantiert. Die anderen erhielten eine Schein-Intervention ohne Implantation. Erste vorläufige Ergebnisse hat Wilmshurst bei ACC-Kongreß präsentiert. Primärer Endpunkt war das völlige Verschwinden von Migräne-Beschwerden. Diese Meßlatte war wohl zu hoch: Nur drei Patienten in beiden Gruppen wurden komplett beschwerdefrei.

Klare Vorteile des Foramen-Verschlusses ergaben sich aber, wenn weniger rigorose Erfolgskriterien angelegt wurden: Der Anteil der Patienten, die über eine mehr als 50prozentige Abnahme von Kopfschmerz-Tagen berichteten, war in der Interventionsgruppe signifikant höher als in der Kontrollgruppe (42 versus 23 Prozent). Und auch die Kopfschmerz-Belastung (Produkt aus Häufigkeit und Dauer der Attacken) war nach Implantation signifikant geringer.

In einer geplanten Nachfolgestudie mit längerer Laufzeit und höherer Patientenzahl soll nun überprüft werden, ob sich diese günstigen Wirkungen bestätigen lassen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Prävalenz-Vergleich der Kreise

Auffällig hoher Anteil an multimorbiden Menschen in Ostdeutschland

Europäische Kommission

Avacopan: Zulassung in der EU widerrufen

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Rauchjahre statt Packungsjahre

Lassen sich die Kriterien fürs Lungenkrebs-Screening vereinfachen?

Lesetipps
Manche Menschen mit Adipositas haben ein vergleichsweise günstiges kardiovaskuläres Risikoprofil: offenbar vor allem diejenigen mit weniger zentraler Fettansammlung. (Symbolbild mit Fotomodell)

© sam richter / stock.adobe.com

Mega-Analyse

BMI ade? Beim kardiovaskulären Risiko kommt es auf das Bauchfett an