Multiple Sklerose

Viel Vitamin D reduziert das MS-Risiko

Dass das Sonnen-Vitamin D gut für die Knochen ist, ist bekannt. Offenbar kann es aber auch das Risiko für eine Multiple Sklerose verringern.

Veröffentlicht: 12.06.2012, 18:41 Uhr
Viel Vitamin D reduziert das MS-Risiko

Sonne gegen Vitamin D?

© panthesja / fotolia.com

PRAG (eb). Wer genügend Vitamin D im Blut hat, dessen Risiko einer Multipler Sklerose (MS) sinkt.

Das gilt besonders für Patienten mit einem Vorläufer der MS, dem klinisch isolierten Syndrom, berichteten Forscher auf dem Europäischen Neurologenkongress in Prag.

Daher raten sie diesen Patienten zur Substitution, zumal nachgewiesen wurde, dass für sie selbst eine hohe Dosis gesundheitlich unbedenklich ist.

Ärzte aus Mailand hatten bei 107 Patienten mit klinisch isoliertem Syndrom - einer schubweisen Seh- oder Empfindungsstörung - MRT-Bilder, Liquorwerte, EEG-Potenziale und Vitamin D3-Spiegel im Serum überprüft (ENS Abstract O 291).

21 Prozent der Patienten erkrankten innerhalb eines Jahres an manifester MS, binnen zwei Jahren 36 Prozent, binnen fünf Jahren 44 Prozent. Eine niedrige Vitamin D-Konzentration, besonders im Sommer, begünstigte die MS-Entstehung.

Sicherheit bei 44 Patienten überprüft

Bei niedrigen Werten war zudem das Intervall zwischen dem isolierten Syndrom und einem zweiten Schub verkürzt sowie die jährliche Rückfallrate erhöht.

Dass Vitamin D auch über die physiologische Dosierung hinaus für MS-Patienten sicher ist, haben Forscher aus Teheran nachgewiesen (ENS Abstract P 702).

44 Patienten mit frisch diagnostizierter MS und noch geringen funktionellen Störungen erhielten 50.000 IE pro Woche - fast das Vierfache der täglichen Maximaldosis von 2000 IE, die von der Europäischen Kommission empfohlen wird.

Die Calcidiol-Konzentration im Blut stieg daraufhin von 7,3 ng/dl - einem teilweise schweren Mangel - auf den günstigen Wert von 45,6 ng/dl im sechsten Monat.

Klinische Zeichen einer Vitamin-D-Vergiftung waren nicht zu erkennen, die Kalzium- und Kreatininwerte im Blut sowie die Kalziumausscheidung blieben im Referenzbereich.

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