Viele Patienten mit Hepatitis B brauchen Langzeittherapie

WIESBADEN (grue). Viele Patienten mit chronisch aktiver Hepatitis B (HB) brauchen eine Langzeitbehandlung. Medikamente der Wahl bei einer Infektion mit der zunehmend häufigeren HBe-Antigen- negativen Erkrankungsform sind Adefovir und Lamivudin.

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Die Zahl der chronisch mit dem HB-Virus Infizierten wird in Deutschland auf etwa 500 000 geschätzt. Die Infektion mit dem klassischen Virus-Wildtyp ist durch HBe-Antigene gekennzeichnet. Aber nur noch etwa die Hälfte der neu diagnostizierten Patienten mit chronischer HB in Deutschland sind mit diesem Virus infiziert. Die übrigen sind HBe-Antigen-negativ und haben oft eine dauerhaft erhöhte Viruslast und schwankende Werte der Leber-Transaminasen.

"Viele von ihnen brauchen eine antivirale Langzeittherapie für mehr als fünf Jahre", sagte Privatdozent Dr. Wulf Böcher von der Universität Mainz. Für HBe-Antigen-positive Patienten reiche manchmal schon eine Kurzzeittherapie für sechs bis zwölf Monate. Bei beiden Varianten der HB lasse sich mit Virustatika relativ gut behandeln, so Böcher auf einer Veranstaltung des Unternehmens Gilead in Wiesbaden.

Die Therapieziele unterscheiden sich jedoch bei beiden Formen: Beim klassischen Typ geht es um HBe-Antigen-Serokonversion (das heißt, ein Patient wird zum inaktiven Virusträger) und sogar um Heilung (HBs-Antigen-Serokonversion).

Patienten mit dem neuen Infektionstyp sind schwieriger zu behandeln. Bei ihnen ist es das primäre Ziel, die Viruskonzentration im Blut unter die Nachweisgrenze zu senken und die Leberenzyme zu normalisieren. Das lasse sich mit Adefovir (Hepsera®) gut erreichen, so Böcher: Nach fünf Jahren Therapie seien bei zwei Dritteln der HBe-Antigen-negativen Patienten keine Viren mehr nachweisbar und die Leberwerte normal.

Zudem komme es zu einer langanhaltenden Regression der Leberfibrose. Für Adefovir spreche auch das günstige Resistenzprofil, sagte Böcher: Nach vier Jahren Therapie hätten nur bei 18 Prozent der Patienten die Viren Resistenzmutationen gebildet, mit Lamivudin sei das bei etwa 60 Prozent der Fall.

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