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Vorteil für Herzschutz mit ASS plus Clopidogrel

MANNHEIM (ner). Wann, bei wem und wie lange sollte die Plättchenhemmung nach Herzinfarkt erfolgen? Beim Kardiologen-Kongress in Mannheim gab es dazu klare Auskünfte.

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Dass die Kombinationstherapie aus ASS und Clopidogrel sich im Vergleich zur ASS-Monotherapie als überlegen erwiesen hat, belegen Daten aus dem ACOS-Register. Daran hat Professor Uwe Zeymer aus Ludwigshafen erinnert. Bestimmt wurde die Rate aus Tod, Reinfarkt und Schlaganfall innerhalb eines Jahres nach Herzinfarkt. Sie beträgt bei Patienten ohne Reperfusion mit ASS 25 Prozent, mit ASS plus Clopidogrel 15 Prozent  sowie bei Fibrinolyse oder primärer Angioplastie (PTCA) mit ASS 13 Prozent und mit der Kombination 7 Prozent.

Änderungen zeichnen sich bei der Dosierung des Clopidogrel-Bolus ab: Bislang werden 300 mg empfohlen, etwa vor einer elektiven PTCA. Mit 600 mg werde jedoch eine schnellere Plättchenhemmung erreicht, so Zeymer bei einem von Sanofi-Aventis unterstützten Symposium. 600 mg Clopidogrel (vom Unternehmen als Plavix angeboten) sollten deshalb bei sofortiger PTCA verabreicht werden oder wenn die Zeit bis zur PTCA weniger als sechs Stunden beträgt.

Bei akutem Koronarsyndrom ohne ST-Streckenhebung werden am Ludwigshafener Klinikum ebenfalls routinemäßig 600 mg des Plättchenhemmers so früh wie möglich gegeben -auch bei ST-Hebungsinfarkt und sofortiger PTCA. Ist die Lyse angezeigt, sind es 300 mg.

Diskutiert wird unter Experten nach wie vor die Dauer der Plättchenhemmung, zumal die Datenlage noch lückenhaft ist. Tendenziell wird eher länger als zu kurz behandelt. Nach Angaben von Zeymer reicht nach Implantation eines Standard-Metallstents eine Hemmung für vier Wochen. Wurde ein Medikamente-freisetzender Stent implantiert, sollte wegen der Gefahr später Stent-Thrombosen ein Jahr lang therapiert werden. Ob diese Zeit ausreiche, sei aber unklar, sagte der Kardiologe. Auch danach kämen immer wieder Stent-Thrombosen vor.

Für die Plättchenhemmung bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom werde die Empfehlung der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie demnächst von neun auf zwölf Monate angehoben werden, kündigte Zeymer an. Dieser Zeitraum gelte zudem für kardiovaskuläre Hochrisikopatienten, etwa mit Mehrgefäßerkrankungen, mit pAVK oder zerebrovaskulären Erkrankungen.

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