Vorteil für Kombi bei Diabetes

CHICAGO (grue). Die Antidiabetika Metformin und Sitagliptin haben gemeinsam einen mehr als additiven Effekt: Sie steigern die Wirkung des Darmhormons GLP-1 und kurbeln so die Insulinsekretion an.

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Sitagliptin (Januvia®) ist ein oraler Enzymhemmer, der über die Blockade von DPP-4 (Dipeptidyl-Peptidase) die Wirkung des Inkretins GLP-1 im Darm verstärkt. GLP-1 reguliert die Insulinsekretion in Abhängigkeit vom Glukosespiegel. Deshalb löst Sitagliptin kaum Hypoglykämien aus.

Mit Kombinationstherapie kann HbA1c-Wert gesenkt werden

Der DDP-4-Hemmer ist für die Kombinationstherapie von Typ-2-Diabetikern mit schlecht eingestelltem HbA1C zugelassen und wird meist zusammen mit Metformin verordnet. Diese Kombination senkt den HbA1C-Wert innerhalb von sechs Monaten um etwa 0,7 Prozentpunkte, wenn der Ausgangswert bei etwa 8 Prozent gelegen hat.

"Metformin und Sitagliptin haben zusammen einen starken, überadditiven Effekt auf die GLP-1-Konzentration. Denn sie haben verschiedene und sich ergänzende Wirkmechanismen", sagte Professor Pablo Aschner aus Bogota in Kolumbien beim US-Diabetes-Kongress in Chicago.

Der Diabetologe stellte bei einer MSD-Veranstaltung eine Studie mit 16 gesunden Probanden vor. Sitagliptin oder Metformin steigerte bei ihnen die GLP-1-Konzentrationen um das doppelte. Mit der Kombinationstherapie stieg der Wert jedoch um mehr als vierfache. Beide Substanzen wirken offenbar über verschiedene Mechanismen auf die Inkretin-Achse. Sie könnten die orale Kombinationstherapie bei Typ-2-Diabetes wesentlich verbessern, so die Schlussfolgerung der Forscher.

Studiendaten belegen gute Verträglichkeit der Präparate

Weitere beim Kongress präsentierte Studien belegen, dass die Kombinationstherapie mit Sitagliptin auch langfristig wirksam und gut verträglich ist. Das bestätigen unter anderen die Ein-Jahres-Ergebnisse einer Studie mit 100 mg Sitagliptin als Add-on-Therapie zu Metformin. Die Hälfte der Patienten erreichte damit langfristig HbA1C-Werte unter sieben Prozent. Die Hypoglykämie-Rate lag unter einem Prozent und die Patienten hatten im Mittel 0,9 Kilogramm abgenommen.

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