Schizophrenie

Vorteile für Aripiprazol bei Schizophrenie

MÜNCHEN (wst). Sprechen Patienten auf die bisherige Schizophrenie-Medikation nicht ausreichend an, kann sich eine Umstellung auf Aripiprazol lohnen. In einer Studie gab es damit deutliche Vorteile, verglichen mit einer Umstellung auf andere atypische Neuroleptika.

Veröffentlicht: 22.01.2007, 08:00 Uhr

Mit Aripiprazol komme es zu keiner Gewichtszunahme, und die sexuelle Funktion werde kaum beeinträchtigt. Darauf hat der Psychiater Dr. Thomas Messer vom Bezirkskrankenhaus Augsburg hingewiesen. Als Beleg nannte Messer die Ergebnisse der aktuellen STAR-Studie. An der Studie nahmen 500 ambulant behandelte Patienten mit Schizophrenie teil.

Ihre Symptome konnten mit der bisherigen antipsychotischen Therapie nicht ausreichend kontrolliert werden, oder sie vertrugen ihre Medikation nicht. Die Patienten wurden alle auf eine neue Medikation eingestellt. Die Hälfte erhielt Aripiprazol (Abilify®) die Kontrollgruppe entweder Olanzapin, Quetiapin oder Risperidon, sagte Messer auf einem Kolloquium von Bristol-Myers Squibb und Otsuka Pharmaceuticals.

Ein halbes Jahr nach Therapie-Umstellung auf Aripiprazol bezeichneten 47 Prozent der Patienten ihre aktuelle Therapie als "viel besser" als ihre ursprüngliche Behandlung. In der Kontrollgruppe waren es nur 28 Prozent. Mit Aripiprazol hatten die Patienten im Schnitt 1,3 kg abgenommen, in der Kontrollgruppe nahmen sie im gleichen Zeitraum 2,1 kg zu.

Gemessen mit einer subjektiven Beurteilungsskala war die sexuelle Funktion der Patienten mit Aripiprazol ebenfalls signifikant besser als mit der Kontrollmedikation. Ein wichtiger Grund hierfür dürfte sein, dass mit Aripiprazol nur 17 Prozent klinisch abnorme Prolaktinspiegel hatten, in der Kontrollgruppe aber 54 Prozent, sagte Messer. Zudem hatten die Patienten mit Aripiprazol ein signifikant günstigeres Blutfettprofil als Patienten in der Kontrollgruppe.



Die Studie in Kürze

Bezeichnung: STAR: Schizophrenia Trial of Aripiprazole.

Ziel: Vergleich der Wirksamkeit und Verträglichkeit von Aripiprazol mit anderen Atypika bei Patienten, die eine Therapie-Umstellung brauchen.

Methode: Randomisierte unverblindete europäische Multicenter-Studie. 268 Patienten erhielten 26 Wochen lang Aripiprazol (10 bis 30 mg/d), 255 Patienten bekamen entweder Olanzapin (5-20 mg/d), Quetiapin (100-800 mg/d) oder Risperidon (2-8 mg/d). Beurteilt wurden anhand eines Fragebogens sowohl Wirksamkeits- wie Verträglichkeitsparameter.

Ergebnisse: 47 Prozent mit Aripiprazol und 28 Prozent mit anderen Atypika bezeichneten ihre aktuelle Therapie als "viel besser". (wst)

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