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Vorteile für orale Therapie bei soliden Tumoren

ELTVILLE-ERBACH (kat). Es gibt Hinweise darauf, daß das oral verabreichte Zytostatikum Capecitabin schon bald intravenös verabreichtes 5-Fluorouracil als Standard-Chemotherapeutikum bei soliden Tumoren ablösen könnte. Denn bei mindestens ebenso guter Wirksamkeit bringt Capecitabin Vorteile bei der Compliance und den unerwünschten Wirkungen.

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Angesichts der immer komplexer werdenden Therapieschemata bei Krebs wird es künftig wichtig werden, die Zeit für Infusion zu verkürzen. Darauf hat Dr. Dirk Arnold aus Halle bei einer Veranstaltung des Unternehmens Hoffmann-La Roche in Eltville-Erbach hingewiesen. In diesem Sinne bietet eine Therapie mit dem oral applizierten Capecitabin (Xeloda®) Vorteile im Vergleich zur intravenösen Behandlung mit 5-Fluorouracil (5-FU), dem bisherigen Rückgrat der Therapie bei soliden Tumoren. Capecitabin ist ein Prodrug von 5-FU.

Bei Patienten, die zum Beispiel eine Kombitherapie aus dem Antikörper Bevacizumab und Capecitabin erhalten, sind 30 bis 90 Minuten für die Infusion des Antikörpers erforderlich. Bei Patienten, die das Chemotherapeutikum intravenös erhalten, kommen dagegen je nach Applikationsschema 30 bis 60 Minuten für die 5-FU-Infusion und 120 bis 240 Minuten für Folinsäure hinzu. Durch die Capecitabin-Therapie verkürzt sich die Infusionszeit also um mindestens zwei Drittel.

Den Patienten bleiben zudem das Tragen einer Infusionspumpe und die Implantation eines Ports erspart. Vorteile ergeben sich auch bei unerwünschten Wirkungen, weil schwere Toxizitäten, etwa Diarrhoe, Stomatitis oder Neutropenien, bei einer Capecitabin-Therapie seltener sind als bei einer Behandlung mit 5-Fluorouracil.

Daß diese Vorteile mit einem Trend zu einer besseren Wirksamkeit unter einer Monotherapie mit Capecitabin im Vergleich zu 5-FU einhergehen, wurde inzwischen sowohl für das metastasierte Kolon-Ca als auch die adjuvante Situation beim Kolon-Ca in mehreren Studien belegt.

Hoffnungen bietet Capecitabin auch bei bisher unzureichend behandelbaren Kranken wie Patienten mit einem Pankreaskarzinom. Bei ihnen konnte mit Capecitabin als bisher einzigem Chemotherapeutikum in Kombination mit dem bisherigen Standard Gemcitabin ein Überlebensvorteil erzielt werden.

Die mediane Überlebenszeit betrug in Studien in der Verumgruppe 7,4 und in der Vergleichsgruppe 6 Monate. Nach einem Jahr lebten in der Verumgruppe noch 26 Prozent der Patienten, in der Vergleichsgruppe 19 Prozent, hieß es auf der Veranstaltung.

Weitere Infos zu Darmkrebs finden Sie unter www.cancer.gov

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