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Empfehlungen von Kardiologen

Wann Sportler nach COVID-19 wieder trainieren dürfen

COVID-19 kann auch das Myokard schädigen. Das muss abgeklärt werden, bevor Genesene wieder (Leistungs)-Sport betreiben, betonen US-Kardiologen. Sie haben dazu Empfehlungen formuliert.

Von Dr. Beate Schumacher Veröffentlicht:
Geht aufs Herz: Nach einer schweren COVID-19-Erkrankung besteht ein hohes Risiko für Myokardschäden.

Geht aufs Herz: Nach einer schweren COVID-19-Erkrankung besteht ein hohes Risiko für Myokardschäden.

© lom123 / Fotolia

Charlotte. Wann dürfen ambitionierte Hobby- oder Profi-Sportler nach einer Infektion mit dem SARS-CoV-2 wieder trainieren? Aus kardiologischer Sicht ist dabei zu bedenken, dass 22 Prozent der stationär behandelten COVID-19-Patienten akute Myokardschädigungen aufweisen, definiert als hochsensitives Troponin über dem 99. Perzentil. Hinzukommen Auffälligkeiten im EKG und/oder Herz-Echo. SARS-CoV-2 kann zudem die Myozyten befallen und akute und fulminante Myokarditiden auslösen.

Eine zu frühe Belastung könnte daher die Entzündung weiter anfachen und zu Nekrotisierung und Bildung von proarrhythmischem Substrat führen. Mitglieder des American College of Cardiology’s Sport & Exercise Cardiology Council haben daher in Abstimmung mit führenden Sportkardiologen der USA ein Konsensuspapier formuliert, wie aus kardiovaskulärer Perspektive die Rückkehr zum Sport aussehen kann (JAMA Cardiol 2020; online 13. Mai).

Die Evidenzbasis für diese Empfehlungen ist allerdings noch dünn, wie die Verfasser um Dr. Dermot Phelan vom Sanger Heart and Vascular Institute in Charlotte im US-Staat North Carolina betonen. So wisse man zum Beispiel nicht, wie oft Herzschäden bei nicht stationär behandelten COVID-19-Patienten aufträten oder welche langfristigen Auswirkungen die Schäden hätten. Die Empfehlungen stützen sich zudem nur auf kardiovaskuläre Erwägungen und klammern Einschränkungen etwa aus der Lungenbeteiligung aus. Die Ratschläge richten sich nach der Schwere der Infektion.

Das sind die wichtigsten Empfehlungen für Sport nach COVID-19

  • Asymptomatisch infizierte Patienten: Nach positivem Testergebnis soll zwei Wochen lang auf körperliche Belastung verzichtet werden. Dabei ist sorgfältig darauf zu achten, ob nicht doch noch Symptome oder eine Verschlechterung eintreten. Wenn das nicht der Fall ist, kann nach zwei Wochen langsam wieder mit dem Training begonnen werden.
  • Ambulanten COVID-19-Kranken mit leichten bis mittelschweren Symptomen wird geraten, das Training auch nach dem Verschwinden der Symptome für mindestens zwei weitere Wochen komplett auszusetzen. Danach soll der Patient erst einmal kardiologisch untersucht werden. Nur wenn hsTn, 12-Kanal-EKG und Herz-Echo ohne Befund sind, kann eine langsame Rückkehr zu sportlichen Aktivitäten erfolgen. Dabei soll der Genesene weiter auf etwaige Verschlechterungen hin überwacht werden.
  • Sind Labor und/oder Bildgebung dagegen auffällig, empfehlen die Experten die „Return to play“-Leitlinien für Myokarditispatienten zu befolgen. Voraussetzung für die Wiederaufnahme des Trainings ist danach, dass die Kammerfunktion normal ist, die Entzündungsmarker nicht erhöht sind und keine Arrhythmien induzierbar sind. Die entsprechenden Tests durch Echo, Belastungstests und Rhythmuskontrollen erfolgt nach drei bis sechs Monaten, in denen nur eingeschränkte körperliche Aktivität erlaubt ist.
  • Stationäre COVID-19-Patienten mit erheblichen Symptomen: Falls die kardiologischen Untersuchungen im Krankenhaus negativ waren, soll bei den Sportlern frühestens nach zwei Wochen Symptomfreiheit eine ärztliche Beurteilung im Hinblick auf die Belastbarkeit erfolgen; falls nicht im Krankenhaus geschehen, unter Einbeziehung von kardiologischen Untersuchungen.
  • Bei normalen Ergebnissen kann die sportliche Aktivität langsam und überwacht wieder aufgenommen werden. Für Patienten mit akuten Herzschädigungen gelten ebenfalls die „Return to play“-Empfehlungen nach Myokarditis.
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