Diabetes-Strategie

Was gehört zum Nationalen Plan gegen Diabetes?

Die Nationale Diabetes-Strategie kommt nicht voran. Diabetes-Experten haben nun Forderungen zusammengestellt.

Veröffentlicht: 29.04.2019, 15:24 Uhr

BERLIN. Inhalte und Umsetzung der von den Regierungsparteien im Koalitionsvertrag beschlossenen Diabetes-Strategie sind weiter unklar. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums soll die Strategie bis Jahresende stehen.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), „diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe“ und der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) haben jetzt ihre Forderungen dazu in einem Positionspapier zusammengestellt. Dieses reicht von den Versorgungs-Strukturen über Forschungsförderung bis zu Früherkennung und Prävention.

Dazu sei ein nationaler Rahmenplan nötig, wenn die Umsetzung auf Länderebene erfolgen sollte – nur so könne einem Flickenteppich unterschiedlicher Versorgungsqualitäten vorgebeugt werden, so die Organisationen in der Mitteilung.

Ein Steuerungsgremium sollte medizinsche Fach- und Patientenkompetenz einbeziehen, die Bund-Länder-Koordinierung sicherstellen, klare Zuständigkeiten benennen und für eine entsprechende Budgetierung sorgen,heißt es im Positionspapier.

Diabetiker Allianz

Regionale Koordinierungsgruppen von Diabetesbehandelnden und -patientenvertretenden aller Selbsthilfeorganisationen (Diabetiker Allianz), haben bereits mit den zuständigen Länderministerien in allen 16 Bundesländern Kontakt aufgenommen und werden in den kommenden Monaten über die Inhalte des Positionspapiers ins Gespräch kommen.

Zur Förderung von Forschung und Patientenversorgung sollten diabetologisch-endokrinologische Lehrstühle sowie diabetologische Fachabteilungen in Kliniken erhalten und ausgebaut werden.

Hierfür seien zudem der flächendeckende Netzausbau und die zügige Umsetzung des E-Health-Gesetzes wichtig, um eine telemedizinische Diagnostik und Beratung auch in ländlichen Regionen sowie den Aufbau eines für eine bessere Therapie nötigen Diabetes-Registers zu ermöglichen. Ebenso sollen Ernährungsberatung und Bewegung feste Bausteine der Regelversorgung werden.

Auch intensivierte Maßnahmen zur Früherkennung und Prävention seien erforderlich. Dazu gehöre eine verbindliche Diabetes-Aufklärung in Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern, Erwachsenen und Schwangeren.

Zudem sollten die Bundesländer Maßnahmen zur Verhältnisprävention ergreifen, etwa verbindliche Standards für Kita- und Schulessen sowie tägliches Sport- und Bewegungsangebot für Kinder in der Schule. (eb)

Positionspapier unter: www.deut-sche-diabetesgesellschaft.de

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