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Weg in Alkoholismus beginnt bei Geburt

MANNHEIM (mut). Ob jemand als junger Erwachsener übermäßig viel Alkohol trinkt, entscheidet sich häufig schon bei der Geburt: Eine schwierige familiäre Umgebung ist offenbar der größte Risikofaktor für Alkoholmissbrauch als Jugendlicher und junger Erwachsener. Und wer sich schon als Jugendlicher öfter einen Rausch antrinkt, der tut dies in der Regel auch als junger Erwachsener.

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Junger Mann umgeben von Bierflaschen. Ein schwieriges Umfeld in der Kindheit ebnet den Weg für Alkoholmissbrauch.

Junger Mann umgeben von Bierflaschen. Ein schwieriges Umfeld in der Kindheit ebnet den Weg für Alkoholmissbrauch.

© Foto: imago

Ist das Kind nicht gewollt, lebt es in Armut auf, hat es ganz junge Eltern, sind die Eltern Alkoholiker - solche psychosoziale Faktoren haben offenbar einen viel größeren Einfluss auf das Risiko, später Alkohol zu missbrauchen, als andere bekannte Faktoren.

Über 380 Kinder von Geburt bis zum 20. Lebensjahr untersucht

Die psychosozialen Umstände, in die ein Kind hineingeboren wird, bestimmen das Risiko für einen späteren Alkoholmissbrauch zu über 20 Prozent. Dagegen bestimmen andere Faktoren, etwa Erziehungsmethoden der Eltern oder der Freundeskreis dieses Risiko meist nur zu jeweils zwei bis drei Prozent. Das hat die Diplom Psychologin Dorothea Blomeyer vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim berichtet.

Die Erkenntnisse beruhen auf der Mannheimer Risikokinderstudie. In der Studie wurden über 380 Kinder von der Geburt bis zum 20 Lebensjahr regelmäßig untersucht und auch auf Verhaltensweisen wie Alkoholkonsum überprüft.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Wer im Alter von 15 Jahren bereits schon mal einen Alkoholrausch hatte, der hat ein hohes Risiko, auch mit 19 häufig über den Durst zu trinken. Die Wahrscheinlichkeit, mit 19 einmal monatlich mindestens fünf alkoholische Getränke an einem Abend zu konsumieren (vier bei Frauen) ist dann um mehr als den Faktor Drei erhöht, sagte Blomeyer auf dem Ersten Deutschen Suchtkongress in Mannheim.

Präventionsmaßnahmen sollten daher schon bei Jugendlichen ansetzen. Denn, so ein weiteres Ergebnis der Studie, bereits ein Drittel der 15-jährigen Jugendlichen hat schon einmal Alkohol getrunken. Im Alter von 19 Jahren ist dieser Anteil bereits auf 85 Prozent gestiegen. Im Alter von 15 trinken Kinder nach Daten der Mannheimer Studie im Schnitt die Alkoholmenge von einer Flasche Wein pro Monat, mit 19 bereits die doppelte Menge.

Sieben Flaschen Bier - mit 19 hatte das fast jeder mal intus

Allerdings sagen diese Zahlen noch wenig über exzessiven Alkoholkonsum aus. Aufschluss darüber gab in der Studie die Frage nach der maximalen Alkoholmenge, die die Teilnehmer jemals konsumiert haben. Mit 15 Jahren lag dieser Maximalwert im Schnitt bei 30 g - viel mehr als eine Flasche Bier oder ein bis zwei Gläser Wein hatten die Jugendlichen in diesem Alter also noch nicht aufs Mal getrunken. Mit 19 Jahren sah das schon anders aus: Hier lag der Maximalwert bei 170 g. Im Schnitt hatte also jeder Jugendliche in diesem Alter schon einmal einen Rausch auf der Basis von 7 Flaschen Bier oder mehr als einer halben Flasche Wodka.

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