Laser-Entfernung

Wenn bald nur noch Ärzte Tattoos und Permanent-Makeup entfernen dürfen

Zu Jahresende greift für die Tattoo-Entfernung der ärztliche Vorbehalt. Dermatologen sehen keine Versorgungsengpässe.

Veröffentlicht:
Tattoos dürfen ab dem kommenden Jahr nur noch von Ärzten entfernt werden.

Tattoos dürfen ab dem kommenden Jahr nur noch von Ärzten entfernt werden.

© Evgeniy Kalinovskiy / stock.adob

Konz. Zum 31. Dezember dieses Jahres vollzieht sich in der lasergestützten medizinischen Versorgung ein vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD), der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Dermatologischen Lasergesellschaft (DDL) lange geforderter Paradigmenwechsel. Denn ab da greift der in der Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nicht ionisierender Strahlung bei der Anwendung an Menschen (NiSV) verankerte Arztvorbehalt. Damit sind Betreiber entsprechender Studios bei der Entfernung von Tätowierungen und Permanent-Makeup außen vor.

Wie Dr. Gerd Kautz, Sonderreferent des BVDD für Lasertherapie und Dozent für Lasermedizin der Universität Greifswald für den DALM Studiengang, im Gespräch mit der „Ärzte Zeitung“ hinweist, sei der Aspekt der ärztlichen Delegation bei entsprechenden Lasertätigkeiten juristisch noch nicht abschließend geklärt. „Aber eine Delegation an nicht-ärztliche Erbringer ist nicht gedeckt“, so Kautz, der in Konz eine Haut- und Laserklinik betreibt.

Große Terminkapazitäten

Gar nicht verstehen kann er mögliche Bedenken, Patienten hätten künftig zu lange Wartezeiten für die Entfernung eines Tattoos oder Permanent-Makeups in Kauf zu nehmen. „Wir bewegen uns hier im privatärztlichen Bereich. Hier warten Patienten in der Regel keine drei Wochen auf solch einen Termin. Wir Dermatologen schaffen die Versorgung locker“, verdeutlicht Kautz. Zwar gebe es nur wenige hundert Laserkliniken/-zentren, die die lasergestützte Entfernung von Tätowierungen und Permanent-Makeup vornehmen könnten, diese hätten aber entsprechend große Fuhrparks und damit große Terminkapazitäten für die erforderlichen Sitzungen.

Aufgrund der hohen Anschaffungs- und Unterhaltungskosten sowie Zertifizierungsaufwände lohne es sich – rein aus wirtschaftlicher Perspektive – für dermatologische Praxen in der Regel nicht, auf das Lasergeschäft zu setzen, verdeutlicht Kautz. Und: „Für die Erbringung solcher Leistungen reicht auch nicht das Absolvieren eines Laserschutzkurses.“ Die Tattooentfernung sei und bleibe damit für Dermatologen auch unter der NiSV ein Nischengeschäft. (maw)

Mehr zum Thema

S2k-Leitlinie aktualisiert

Anaphylaxie: Was in das Notfallset gehört

Fibrosierende Cholangiopathien

Bezafibrat hilft gegen cholestatischen Juckreiz

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Hinweis auf COVD-19-Station im Krankenhaus

Pandemierat

Ärzte fordern neue Kennzahl für Corona-Schutzmaßnahmen