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Wenn geistig Behinderte süchtig werden

MÜNSTER (svb). Immer mehr Menschen mit geistiger Behinderung leben selbstständig und kommen unbeaufsichtigt mit legalen Suchtmitteln in Kontakt. Doch es gibt kaum Programme zur Suchtprävention für diese Gruppe.

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"Das Problem wird unterschätzt", sagte die Pädagogin Marja Kretsch-mann-Weelink von der Trägergesellschaft "Westfalenfleiss", die Werkstätten und Wohnprojekte für Menschen mit einem Handicap betreibt. Die Pädagogin beobachtete unter den Bewohnern eine Zunahme von problematischem Alkoholkonsum und entwickelte ein Präventionsprogramm.

"Den verantwortungsbewussten Umgang mit Suchtmitteln haben geistig behinderte Menschen nicht gelernt", sagte Kretsch-mann-Weelink, "und für die Mitarbeiter gibt es wenig professionelle Hilfen, die zu diesem Thema in Anspruch genommen werden können".

Das will die Pädagogin ändern. Deshalb entwickelte sie gemeinsam mit Kollegen spezielle Arbeitsmaterialien. Damit die Zielgruppe die Botschaft leicht verstehen kann, illustrierten die Pädagogen die Materialien. Sie gestalteten die Folien nach den Empfehlungen des Wörterbuchs für leichte Sprache des Netzwerkes "People First", einem Verein von und für Menschen mit Lernschwierigkeiten.

Die Pädagogen zeigten in einem freiwilligen Seminar für Bewohner des Wohnverbunds in Münster den Unterschied zwischen Nahrungs- und Genussmitteln. Dabei erklärten die Therapeuten die Bedeutung von gesundheitsförderndem Verhalten und Risiken ungesunden Verhaltens. Außerdem erläuterten sie den Teilnehmern die Wirkungen und Folgen von Alkoholkonsum und demonstrierten den Beteiligten, wie sie Risikosituationen erkennen und bewältigen können. Zusätzlich gründeten die Sozialtherapeuten die Freizeitgruppe "Treff" für geistig behinderte Menschen und richteten eine Teamberatung für Mitarbeiter des Wohnverbunds ein.

Die katholische Fachhochschule NRW begleitete das Projekt wissenschaftlich, die Stiftung Wohlfahrt NRW förderte das Projekt finanziell.

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