Forschung

Wie Leberzellen das Hepatitis-B-Virus loswerden

Die Zellteilung infizierter Leberzellen hat sich als Achillesferse des Hepatitis-B-Virus' herausgestellt.

Veröffentlicht:

HAMBURG. Eine Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV) ist ja bislang nicht vollständig heilbar. Ursächlich dafür ist das im Erbgut infizierter Leberzellen integrierte Virusgenom, auf das bestehende Therapien keine Wirkung haben. Erstmals haben nun Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) in einem Modell mit menschlichen Leberzellen gezeigt, dass die Wirtszellen die virale DNA durch natürliche Zellteilung aus ihrem Genom entfernen und im Anschluss durch bekannte Medikamente vor einer Neuinfektion geschützt werden können (Gut 2017; online 20. April).

"Von verwandten Erregern bei Tieren war seit Längerem bekannt, dass infizierte Leberzellen große Mengen der im Zellkern abgelegten viralen DNA verlieren, wenn sie sich teilen", wird Professor Maura Dandri vom UKE in einer Mitteilung des Uniklinikums zitiert. Nun konnten die Wissenschaftler diesen natürlichen Abwehrmechanismus auch erstmals bei einer HBV-Infektion des Menschen nachweisen.

Es gibt bislang keine klinischen Therapiemöglichkeiten, die im Kern versteckte Virus-DNA zu erreichen. Diese dient als Vorlage zum Nachbau neuer Viruspartikel.

"Doch das Hepatitis-B-Virus hat eine Achillesferse, denn wir konnten zeigen, dass auch menschliche Leberzellen die virale DNA in großem Umfang durch ihre Zellteilung verlieren", so Dandri. Die Studie macht aber auch deutlich, warum der Wirt trotz Zellteilung nur geringe Chancen hat, sich des Erregers komplett zu entledigen.

"Wir haben beobachtet, dass sich infizierte Zellen etwas langsamer teilen als nicht infizierte Zellen. Überlebende infizierte Zellen können damit als Virus-Reservoir für Neuinfektionen dienen", erklärt Dandri. Die Behandlung mit Anti-HBV-Medikamenten habe hier große Relevanz: "Durch die gleichzeitige Therapie mit sogenannten Eintritts- oder Polymerasehemmern könnte sich eine Neuinfektion blockieren lassen und die Zellen, die sich vom Virus befreit haben, könnten geschützt bleiben." (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Erkenntnisse aus Studie fehlen noch

Bei Resmetirom sieht G-BA vorerst keinen Zusatznutzen

Gemeinsamer Bundesausschuss

Zusatznutzen für mehrere Orphan Drugs

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

New Orleans

Herzkongress ACC 2026: Das sind die wichtigen neuen Studien

Insbesondere Clindamycin, Fluorchinolone und Flucloxacillin

Antibiotika wirken sich offenbar langfristig auf das Darmmikrobiom aus

Lesetipps
5 Blutproben in Röhrchen

© Pixel-Shot / Stock.adobe.com

Chronische Erkrankungen

Diese fünf Biomarker weisen auf Multimorbidität hin