Diabetes mellitus

Wirkung von Inhalier-Insulin beginnt schon nach 10 Minuten

WÖRNBRUNN (sto). Der Einstieg in eine Insulintherapie wird oft verzögert, obwohl sie nötig wäre. Durch inhalatives Insulin ließe sich der Einstieg in die Behandlung erleichtern, sagt Professor Petra-Maria Schumm-Draeger aus München.

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Viele Typ-2-Diabetiker sehen Insulin als letzte therapeutische Option, wenn alles andere versagt hat. Die Patienten befürchteten damit für immer von der Insulin-Spritze abhängig zu sein, so die Diabetologin aus München bei den Grünwalder Gesprächen. Die Folge sei, dass einige Patienten täglich drei orale Antidiabetika einnähmen und der Blutzucker trotzdem nicht ausreichend gesenkt werde.

Eine neue Behandlungsoption für Typ-1- und Typ-2-Diabetiker ist das inhalative Insulin Exubera®. Die Wirkung des inhalativen Insulins setze innerhalb von zehn bis 20 Minuten ein. Das sei genauso rasch wie bei einem schnellwirksamen Analogon, sagte Schumm-Draeger bei der vom Unternehmen Pfizer unterstützten Veranstaltung. Das Präparat wirke genauso lange wie ein Normalinsulin und erreiche die maximale Wirkung nach ungefähr zwei Stunden.

In großen Studien wurde das inhalative Insulin bei Patienten mit Typ-2-Diabetes entweder allein oder in Kombination mit oralen Antidiabetika oder mit einem Langzeitinsulin untersucht. Im Vergleich zu oralen Antidiabetika werde mit dem inhalativen Insulin der HbA1c-Wert durchweg stärker gesenkt, berichtete Schumm-Draeger. Im Vergleich zu einer Therapie mit Insulininjektionen habe die Behandlung mit inhalativem Insulin in allen Studien die postprandialen Glukose- und Nüchternglukosewerte stärker gesenkt.

Für Raucher und für Patienten mit schlecht kontrolliertem, instabilem Asthma oder mit schwerer COPD sei inhalatives Insulin allerdings nicht geeignet, betonte Schumm-Draeger. Die Patienten müssten mindestens sechs Monate vor der Therapie mit inhalativem Insulin das Rauchen aufgeben.

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