Direkt zum Inhaltsbereich

Xenotransplantation - erste Gehversuche

BERLIN(gvg). Langsam aber stetig: So lassen sich die Fortschritte bei der Xenotransplantation charakterisieren. Immerhin: Seit diesem Jahr ist die Übertragung von tierischem Gewebe auf den Menschen eine klinische Disziplin - wenn auch noch eine klitzekleine.

Veröffentlicht:

Derzeit läuft nämlich in Neuseeland bei Diabetes-Patienten die erste klinische Studie zur Xenotransplantation von insulinproduzierenden Inselzellen des Schweins. Ergebnisse gibt es noch keine. Trotzdem war die Studie eines der Themen beim diesjährigen internationalen Xenotherapie-Symposium des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin.

Die Experten rechnen in diesem Bereich mit einiger Dynamik: "Im Jahr 2010 dürfte in den USA eine weitere klinische Studie starten", sagte der Leiter der Arbeitsgruppe Xenotransplantation am RKI, Dr. Joachim Denner. Andere Länder lassen ebenfalls entsprechende Ambitionen erkennen.

Die Ansätze sind dabei durchaus unterschiedlich: In der neuseeländischen Studie sind die ins Unterhautfettgewebe implantierten, porcinen Inselzellen mit einer geleeartigen Masse umkapselt, die vor Abstoßungsreaktionen schützen soll. Die US-Ärzte dagegen setzten eher auf eine starke medikamentöse Immunsuppression, so Denner.

Schweine-Inselzellen werden verkapselt.

Der Vorteil der Verkapselung besteht darin, dass die Kapsel zusätzlich den Übertritt von endogenen Retroviren der Schweinezellen ins menschliche Gewebe verhindern kann. Der Nachteil: Die Kapseln neigen zu bindegewebigen Verwachsungen, was die Funktion auf Dauer beeinträchtigen dürfte.

Zu viel Hoffnung auf die zu erwartenden Studienergebnisse wollten die Experten in Berlin nicht schüren: "Wir müssen konstatieren, dass wir bisher einfach noch nicht das ideale Spenderschwein haben", sagte Professor Karin Ulrichs von der Universität Würzburg, Leiterin der Sektion Xenotransplantation der Deutschen Transplantationsgesellschaft. Vor allem deswegen seien die bisherigen präklinischen Daten aus ihrer Sicht eher ernüchternd und die Erwartungen an die klinischen Studien entsprechend gering.

Aufgegeben wird freilich nicht: In Berlin diskutierten Experten etwa Ansätze, wie die Schweinezellen genetisch so verändert werden könnten, dass Sicherheit und Effektivität der Transplantate steigen. Gesucht werden außerdem Methoden, um Schweine zu identifizieren, die sich gut als Spender eignen - ohne dafür die Schweine töten zu müssen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hepatologie im Wandel

Patienten mit Leberfibrose und -zirrhose bald heilbar?

Lesetipps
Ärztin untersucht einen Mann an der Schulter

© New Africa / stock.adobe.com

Betäubungsmittel richtig verordnen

Opioide in der Urlaubsvertretung: Wie sich Missbrauch vorbeugen lässt

Tablets to maintain the correct functioning of the human cardiovascular system on a blue background close-up

© bisonov / stock.adobe.com

Kombi schlägt Monotherapie

Diese Blutdrucksenker werden am besten vertragen