Zahl der Krebspatienten steigt

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BERLIN (gvg). Aus Anlass des Deutschen Krebskongresses 2008 in Berlin, der morgen beginnt, hat das Robert-Koch-Institut eine neue Schätzung zur Krebsinzidenz vorgelegt. Demnach gab es in Deutschland im Jahr 2004 ungefähr 436 000 Krebsneuerkrankungen und 208 000 Patienten, die an Krebs gestorben sind. Bei Männern ist die Zahl der Neuerkrankungen gestiegen.

Diese Zahlen basieren auf Angaben der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister (GEKID). An Krebs erkrankten etwa 230 000 Männer und 206 000 Frauen. Bei Frauen stand das Mammakarzinom mit etwa 57 000 Neuerkrankungen an erster Stelle. Bei 58 000 Männern wurde ein Prostatakarzinom diagnostiziert. An zweiter und dritter Stelle folgen jeweils Darm- und Lungenkrebs.

"Verglichen mit der letzten derartigen Erhebung für das Jahr 2002 ist die Gesamtzahl neu diagnostizierter Patienten mit Tumorerkrankungen bei Frauen konstant. Bei Männern stieg sie um etwa 12 000 Patienten", sagte Dr. Ute Wolf vom RKI. Der Zuwachs betreffe vor allem Patienten mit Prostatakarzinom. Die Gründe dafür seien allerdings positiv: Sie lägen vor allem in verbesserten Früherkennungs-Untersuchungen, so das RKI.

Bei unveränderter Diagnostik und Therapie sei davon auszugehen, dass die Inzidenz im Jahr 2020 um 30 Prozent und im Jahr 2050 um 40 Prozent höher liegen werde als heute, betonte Dr. Stefan Hentschel von der GEKID.

Doch es gibt auch Erfreuliches aus der Onkologie zu berichten: Der Präsident des diesjährigen 28. Deutschen Krebskongresses, Professor Manfred Kaufmann aus Frankfurt am Main, wies vor allem auf eine Halbierung der Sterberate bei Frauen mit hormonsensitivem Brustkrebs durch gezielte molekulare Therapien hin.

Der alle zwei Jahre stattfindende Deutsche Krebskongress steht unter dem Motto "Wissen teilen - Chancen nutzen". Kaufmann zur "Ärzte Zeitung": "Das Bedürfnis zum Austausch ist so groß wie nie. Die Zahl der Voranmeldungen war noch nie so hoch wie in diesem Jahr." Zum Krebskongress werden bis Samstag mehr als 7000 Teilnehmer erwartet. Am Sonntag findet dann der 3. Krebsaktionstag statt, der für die Bevölkerung konzipiert ist.

Lesen Sie dazu auch: "Ein einheitliches Krebsregister muss her"

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