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Zu viel Blut bei der Menstruation

Viele Frauen leiden unter verlängerten Monatsblutungen, ohne sich dessen richtig bewusst zu sein. Ärzte sollten das Problem ansprechen.

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Starke Monatsbeschwerden werden oft klaglos akzeptiert.

Starke Monatsbeschwerden werden oft klaglos akzeptiert.

© Tack / imago

JERUSALEM (rb) Mehr als ein Drittel von jungen Frauen hatte in einer einer israelischen Studie Menorrhagien. Vielen Betroffenen war das gar nicht bewusst.

Dadurch wird nicht nur eine angemessene Therapie verhindert. Auch Anämien bleiben unentdeckt.

Pädiater, Hämatologen und Gynäkologen um Dr. Shoshana Revel-Vilk von der Hadassah-Klinik der Hebräischen Universität in Jerusalem hatten 705 junge Frauen (Durchschnittsalter rund 17 Jahre) über das Erscheinungsbild der Menorrhagie unterrichtet (J Pediatr 2012; 160: 466).

15 Prozent der Teilnehmerinnen berichteten, sie hätten heftige Monatsblutungen. Alle Mädchen wurden daraufhin gebeten, an einer Studie zu Menorrhagie teilzunehmen.

Dazu sollten sie zwei Fragebögen - Pictorial Blood Loss Assessment Chart (PBAC) und Hospital of Sick Children Bleeding Questionnaire - ausfüllen und sich Blut abnehmen lassen.

94 der Frauen beantworteten die Fragebögen, 62 von ihnen gaben auch eine Blutprobe ab.

Jede dritte Studienteilnehmerin hatte eine Menorrhagie

Es zeigte sich, dass gemäß den Antworten 36 Prozent der Mädchen eine Menorrhagie hatten: Sie verloren während der Menstruation mehr als 80 ml Blut, oder die Blutung hielt über mehr als sieben Tage an. Ein Drittel der Frauen mit Menorrhagie war sich dessen gar nicht bewusst - die Frage, ob sie glaubten, starke Blutungen zu haben, hatten sie verneint.

Bei knapp zehn Prozent der Frauen ließ sich eine Anämie diagnostizieren, ihr Hämoglobinwert lag unter 12 g/dl. Zwei von drei Betroffenen war dies nicht bekannt. Alle anämischen Studienteilnehmerinnen wiesen zudem Blutungssymptome auf, außer über Menorrhagie berichteten sie über verlängerte Blutungszeiten nach operativen Eingriffen oder über häufiges (mehr als zehnmal pro Jahr) oder anhaltendes Nasenbluten (mehr als zehn Minuten).

Das Risiko für Gerinnungsstörungen war bei den Frauen mit Menorrhagie allerdings nicht erhöht.

"Menorrhagien sind bei heranwachsenden Frauen ein häufiges Problem", betonen die Forscher. Sie plädieren dafür, junge Frauen per Fragebögen auf Menorrhagie zu screenen.

Die Ergebnisse könnten zusammen mit der Familienanamnese auch Hinweise darauf geben, bei welchen Mädchen mit Menorrhagie man genauer nach weiteren Blutungserkrankungen suchen sollte.

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Kommentare
Dr. Thomas Georg Schätzler 08.03.201223:31 Uhr

Blutbild statt ''Screening-Fragebogen''

Auch wenn das Bild zum wichtigen Thema "Menorrhagie" und ihren klinischen Folgen wie Fe-Mangel und Anämie wohl eher eine Patientin mit "Dysmenorrhoe" zeigt, ist eine verlängerte und intensivere Menstruationsblutung mit schleichender Entwicklung einer Anämie eindeutig krankheitsrelevant.

Aber die Autorinnen und Autoren der israelischen Studie schlussfolgern mit einem alleinigen "Screening-Fragebogen" auf Menorrhagie zu kurz. Ein einfaches Blutbild würde zielgenau eine höher gradige Anämie detektieren.

In meiner Praxis wird bei allen Patientinnen von Menarche bis Menopause ein großes Blutbild nicht nur im Rahmen des Check-Up-35 labormäßig angeboten und durchgeführt, um eine blutungsbedingte Eisenmangelanämie bei Hinweisen auf Menorrhagie auszuschließen. Mit zum Teil erstaunlichen Ergebnissen und positiven Interventionsmöglichkeiten.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM (z. Zt. Mauterndorf/A)

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