Ausbreitung der Delta-Variante

BÄK-Chef Reinhardt: Sommer zur Vermeidung neuer Pandemie-Welle nutzen

Die Corona-Inzidenz in Deutschland sinkt weiter. Die Bundesärztekammer mahnt dennoch zur Vorsicht. Der Sommer müsse genutzt werden, um eine vierte Pandemie-Welle im Herbst zu verhindern.

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BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt: „Eine Sommerpause wie im letzten Jahr darf es nicht noch einmal geben.“ (Archivbild)

BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt: „Eine Sommerpause wie im letzten Jahr darf es nicht noch einmal geben.“ (Archivbild)

© Gregor Fischer | dpa / picture alliance

Berlin. Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK) Dr. Klaus Reinhardt hat an Bund und Länder appelliert, den Sommer zu nutzen, um eine vierte Welle in der Corona-Pandemie zu verhindern. Es sei „unbedingt“ sicherzustellen, dass das kommende Schuljahr im Regelbetrieb starte, sagte Reinhardt am Wochenende.

Kinder und Jugendliche bräuchten für eine gesunde Entwicklung einen „geregelten Schulalltag mit sozialen Kontakten“, mahnte der BÄK-Chef. Deshalb müssten noch in den Sommerferien belastbare Hygienekonzepte erarbeitet werden. „Eine Sommerpause wie im letzten Jahr darf es nicht noch einmal geben.“

Schulen nach Sommerferien im Regelbetrieb starten

Es sei zwar gut, dass die Bundesregierung ein Förderprogramm für Frischluftanlagen in Schulen aufgelegt habe, so Reinhardt. Die Länder müssten nun aber auch gewährleisten, dass die Umbauten bis zum Ende der Sommerferien abgeschlossen seien.

Zum Beginn der Sommerferien in mehreren Bundesländern forderte Reinhardt Reisende auf, sich auch in den Urlaubsorten an die dortigen Auflagen zum Infektionsschutz zu halten. Nach den Belastungen der vergangenen Monate solle aber jeder seinen Urlaub genießen können.

Mit Blick auf die Delta-Variante des Corona-Virus blieben medizinische Schutzmasken in Innenräumen und im Personennahverkehr sowie ausreichend Abstand zu Mitmenschen auch im Ausland „Mittel der Wahl, um sich vor Ansteckung zu schützen“, so Reinhardt. Im Idealfall seien Reisende vor ihrem Urlaubsantritt vollständig immunisiert.

Um die Impfkampagne in Praxen und Impfzentren mit hoher Geschwindigkeit fortsetzen zu können, brauche es genügend Impfstoffe. Da vulnerable Gruppen prioritär eine Auffrischungsimpfung benötigten, seien die mobilen Impfteams der Länder schon jetzt auf ihren Einsatz in Pflegeheimen vorzubereiten.

Karliczek: Keine Garantie für offene Schulen wegen Mutationen

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte am Samstag erklärt, Schulschließungen seien auch im kommenden Schuljahr nicht auszuschließen. Sie sei zwar „sehr optimistisch“, dass die Schulen gut starten und auch im Regelbetrieb geöffnet bleiben könnten.

Eine Garantie dafür könne aber angesichts der sich ausbreitenden Mutationen niemand geben, sagte Karliczek in der Sendung „Frühstart“ von RTL/ntv. „Weil wir nicht wissen, was diese Mutationen, die auf der Welt unterwegs sind, uns da noch zumuten.“ Im Vergleich zum Sommer 2020 kämen aber mittlerweile die Vorteile des Impfens, der Tests und guter Hygienekonzepte zum Tragen.

Virologen und Politikern bereitet aktuell die Ausbreitung der Delta-Variante Sorgen. Diese gilt als ansteckender als die Alpha-Variante. Laut Robert Koch-Institut (RKI) beträgt der Anteil der Delta-Variante an den Corona-Neuinfektionen bereits mehr als 15 Prozent – Tendenz steigend.

RKI-Chef Professor Lothar Wieler hatte am Freitag erklärt, die Delta-Variante werde in Kürze auch hierzulande die „Oberhand“ im Infektionsgeschehen gewinnen. (hom/dpa)

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