Direkt zum Inhaltsbereich

Turbulente Debatte

Brandenburger Landtag berät über Corona-Ausschuss

Der Bericht des zweiten Corona-Untersuchungsausschusses sorgte für heftige Auseinandersetzungen im Landtag in Potsdam. Schwerwiegende Kritik am Verhalten der Landesregierung gab es darin nicht.

Veröffentlicht:
Hat Brandenburgs Regierung bei der Bekämpfung der Pandemie richtig gehandelt? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Corona-Untersuchungsausschuss im Landtag.

Hat Brandenburgs Regierung bei der Bekämpfung der Pandemie richtig gehandelt? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Corona-Untersuchungsausschuss im Landtag.

© Z6944 Sascha Steinach / ZB / picture alliance

Potsdam. In einer turbulenten Debatte hat der Brandenburger Landtag am Donnerstagabend den Bericht des zweiten Corona Untersuchungsausschusses beraten. „Hier sind verfestigte Meinungen aufeinander geprallt“, sagte die CDU-Landtagsabgeordnete Roswitha Schier.

Im Zentrum des von der AfD beantragten Ausschusses stand vor allem eine Frage: Hat Brandenburgs Landesregierung bei der Bekämpfung der Pandemie richtig gehandelt? „Wir wollten aufklären, was gut lief und was bei zukünftigen Pandemien anders laufen kann“, sagte der Ausschussvorsitzende Danny Eichelbaum (CDU). Doch darauf hatten die Koalition, die AfD und die übrigen Oppositionsvertreter teils sehr unterschiedliche Antworten. „Das mehrheitliche Ergebnis war, dass es keinen Anlass zur schwerwiegenden Kritik gab“, sagte Eichelbaum. „Die Landesregierung hat besonnen und angemessen reagiert.“

AfD lobt Querdenker

Zu einem anderen Ergebnis kam die AfD. „Sie alle haben Blut an Ihren Händen“, schrie der Abgeordnete Lars Hünich (AfD) in seiner Rede. „Sie sind Täter.“ Man wisse heute, die Querdenker hätten Recht gehabt, sagte Hünich. Die Landesregierung habe bei der Pandemiebekämpfung versagt. „Wir erlebten ein Staatsversagen“, sagte Hünich. Man wisse bis heute nicht, ob die Impfung überhaupt helfe.

„Bei 3,4 Millionen verabreichten Impfungen in Brandenburg, die zu 88 möglichen Todesfällen geführt haben, ist die Corona-Impfung eine der sichersten Impfungen, die es gibt“, sagte dagegen der Linken-Abgeordnete Ronny Kretschmer. Auch seine Fraktion hatte in einem Sondervotum Kritik am Handeln der Landesregierung angemeldet. Noch mehr aber kritisierte man den Ausschuss als teure „Show-Veranstaltung“ der AfD.

Suche nach Lösungen geht weiter

„Sehr wohl hätten in Brandenburg andere Maßnahmen getroffen werden können“, sagte die Abgeordnete der Freien Wähler, Christine Wernicke. „Es war die Kritiklosigkeit der Ärztekammer und die Obrigkeitshörigkeit der nachgeordneten Behörden, die verhindert haben, dass es in Brandenburg zu anderen Beschlüssen kam.“

„Ich kenne Menschen aus beiden Gruppen“, sagte der SPD-Abgeordnete Björn Lüttmann. „Auch in meinem Umfeld sind Menschen an Corona gestorben oder leiden an Long-Covid, haben durch die Folgen der Corona-Maßnahmen psychische Störungen entwickelt oder leiden an Thrombosen und Haarausfall nach einer Impfung.“ Wichtig sei es deswegen, weiter an Lösungen zu arbeiten. „Die SPD im Bund schlägt einen Bürgerrat zur Aufarbeitung der Corona-Pandemie vor“, sagte Lüttmann. Danach sollte eine Enquete-Kommission dessen Ergebnisse bearbeiten. Dies sei ein besserer Weg, als ein Untersuchungsausschuss in Brandenburg. (lass)

Schlagworte:
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

© piyato | iStock

Vaginalmykose im Fokus

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

© iStock / okskukuruza

Vaginale Gesundheit

Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Ascariasis

Wurm in der Hose: Was tun bei hartnäckigem Spulwurmbefall?

Fehlende Folgediagnosen verfälschen das Bild

Zi: Endometriose wird in Abrechnungsdaten häufig unterschätzt

Lesetipps
Karzinom in der Bauchspeicheldrüse in schematischer Darstellung

© Crystal light / stock.adobe.com

Chance auf frühe Diagnose?

Pankreaskrebs: Welche Verschreibungen Verdacht wecken sollten

Eine Agarplatte mit angewachsenen Pilzkolonien.

© Saiful52 / stock.adobe.com

Prophylaxe, Diagnostik und Therapie

Pilzinfektionen in der Hämatologie/Onkologie: So gehen Sie vor

Körpersprache ist stärker als das gesprochene Wort. Man kann aufgebrachten Patienten daher durchaus auch die Handfläche zeigen, also leicht ausgestreckter Arm, man zeigt die Handfläche und signalisiert dem Patienten „Stopp“, so Praxisberaterin Christiane Fleißner-Mielke.

© Doodeez / Stock.adobe.com

Praktische Tipps

Aufgebrachte Patienten? Wie Praxisteams sicher deeskalieren