Direkt zum Inhaltsbereich

Hochwasser 2021

Flutkatastrophe im Ahrtal: Neues Traumazentrum bietet Hilfe

Die Flutkatastrophe im Ahrtal hat seelische Narben hinterlassen. In einem neuen Traumahilfezentrum bieten Ärzte und Psychologen nun niedrigschwellige psychologische Hilfe an.

Veröffentlicht:

Grafschaft-Lantershofen. Ein neues Traumahilfezentrum im Ahrtal bietet Betroffenen der Flutkatastrophe niedrigschwellig psychologische Hilfe an. Das Zentrum im Studienhaus Sankt Lambert in Grafschaft-Lantershofen soll nach dem verheerenden Hochwasser die psychische Gesundheit der Betroffenen stärken, Beratung und Hilfe ermöglichen und gegebenenfalls eine psychotherapeutische Behandlung vermitteln. Das Angebot richtet sich an Erwachsene, Kinder und Jugendliche und ist kostenlos.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) betonte bei der Eröffnung des Zentrums am Montag, wie wichtig die psychosoziale Versorgung der Betroffenen sei. „Viele tausende Menschen haben im Ahrtal Todesangst durchstehen müssen. Viele haben Angehörige, Freunde oder Nachbarn verloren, oder ihr Zuhause“, sagte Dreyer.

Laut einer Mitteilung der Landesbeauftragten für den Wiederaufbau, Nicole Steingaß, hat die Flutkatastrophe im Ahrtal bis zu 4000 Menschen traumatisiert. Sich psychiatrische Hilfe zu holen, sei kein Makel, sondern ein „wichtiger Schritt zur Bewältigung des Erlebten“.

Austausch im offenen Café

Im Traumahilfezentrum (THZ) bietet ein Team aus Ärztinnen, Psychologinnen, Pflegekräften sowie Soziotherapeuten offene Sprechstunden bei psychischen, medizinischen oder psychosozialen Fragen an. Zum Angebot gehöre auch ein offenes Café, das Betroffenen, aber auch Helfern Raum zum Austausch geben will. Das auf fünf Jahre angelegte Projekt ist eine Kooperation der Dr. von Ehrenwall’sche Klinik und der DRK-Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das Land Rheinland-Pfalz fördert das Angebot zunächst für drei Jahre mit 766 .000 Euro.

Nach Worten der THZ-Leiterin Katharina Scharping ist das Zentrum „ein Treffpunkt für Betroffene, ohne dass sie direkt in eine Psychiatrie gehen“. Als Beispiele für Belastungen oder Fragen nannte sie: Ist es normal, noch immer Schlafstörungen und Albträume zu haben oder bei jedem Regen zusammenzuzucken? (KNA)

Lesen sie auch
Hören Sie auch
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Ofatumumab-Konzentrationen in der Muttermilchh

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Flexiblere Familienplanung durch kürzere Kontrazeptionszeit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: MS-Krankheitsdynamik: Patientinnen und Patienten bewegen sich von frühen Stadien über Phasen fokaler Entzündung in fortgeschrittene, meist irreversible Stadien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [4]

Multiple Sklerose heute

Praxisrelevante Daten im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Besser als Atemtherapie?

Supragastrisches Aufstoßen lässt sich mit Gesang vertreiben

Lesetipps
Koloskopie, Blick auf den Monitor

© Issara - stock.adobe.com

Anstoß zur Diskussion

Darmkrebs: Ist die koloskopische Überwachung falsch aufgestellt?

Ein Arzt zählt mit den Fingern bis Drei.

© Arnéll Koegelenberg/peopleimages.com/stock.adobe.com

Regionaler Multimorbiditäts-Vergleich

Wo es relativ viele Ü-50-Jährige mit drei oder mehr chronischen Erkrankungen gibt