Thüringen

Immer mehr Gutachten zu Pflegebedürftigkeit gefragt

In Thüringen leben immer mehr ältere Menschen. Somit steigt auch die Zahl derer, die auf Pflege angewiesen sind. Das beeinflusst auch die Auftragslage für Gutachter des Medizinischen Dienstes.

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Hilfe bei der Einnahme von Medikamenten gehört zu den Maßnahmen, die Pflegebedürftige bekommen können.

Hilfe bei der Einnahme von Medikamenten gehört zu den Maßnahmen, die Pflegebedürftige bekommen können.

© picture alliance/dpa | Jana Bauch

Erfurt. In Thüringen sind im vergangenen Jahr mehr Menschen wegen einer Pflegebedürftigkeit begutachtet worden. Insgesamt habe es 2021 rund 85.000 derartiger Begutachtungen gegeben, teilte der Medizinische Dienst Thüringen der Deutschen Presse-Agentur mit. Das seien im Vergleich zum Jahr zuvor etwa zehn Prozent mehr gewesen. Damit setze sich ein bereits seit längerem zu beobachtender Trend fort.

Die Zahl der Aufträge nehme stetig zu. „Die Gründe für diese Entwicklung sind verschieden und liegen auch in der Altersstruktur der Thüringer Bevölkerung“, hieß es weiter vom Medizinischen Dienst. Eine Begutachtung durch den Medizinischen Dienst steht bei jedem Antrag auf Pflegeleistungen beziehungsweise einem Wechsel des Pflegegrades an.

40.000 Erstanträge

Rund 40.000 Menschen hatten den Angaben zufolge 2021 in Thüringen erstmals einen Antrag zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit gestellt. Das waren etwa 2000 mehr als im Jahr zuvor. Bei 86,1 Prozent der Erstgutachten empfahlen die Prüfer im vergangenen Jahr einen Pflegegrad.

Der Medizinische Dienst hatte von der sozialen Pflegeversicherung im vergangenen Jahr insgesamt 101.000 Aufträge erhalten. Neben der Einstufung in einen der fünf Pflegegrade ging es am häufigsten um Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes. Dazu gehören etwa ebenerdige Duschen oder Treppenlifte.

Um Pflegebedürftige in der Corona-Pandemie zu schützen, habe der Medizinische Dienst die Gutachten weitestgehend im telefonischen Kontakt erstellt.

In Thüringen lebten laut dem Statistischen Landesamt 2019 knapp 135.600 Pflegebedürftige und damit rund 17 Prozent mehr als im Jahr 2017. Die Daten werden nur alle zwei Jahre erhoben. Aktuellere Angaben liegen noch nicht vor. (dpa)

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