Vertreterversammlung

John Afful wird KV Hamburg-Chef, Caroline Roos bleibt Vize-Chefin

Die Vertreter der KV Hamburg haben einen ihrer Geschäftsführer – John Afful – zum Chef gekürt. Stellvertreterin bleibt Caroline Roos.

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:
Das künftige KV-Duo in Hamburg: Caroline Roos (zuvor schon Vorstandsvize) und John Afful, der in die Fußstapfen von Walter Plassmann tritt.

Das künftige KV-Duo in Hamburg: Caroline Roos (zuvor schon Vorstandsvize) und John Afful, der in die Fußstapfen von Walter Plassmann tritt.

© Dirk Schnack

Hamburg. John Afful wird nächstes Jahr die Nachfolge des Hamburger KV-Vorstandsvorsitzenden Walter Plassmann antreten. Die Vertreterversammlung der KV entschied sich mit deutlicher Mehrheit für den bisherigen Geschäftsführer.

Afful ist bislang einer von vier Geschäftsführern der KV und dort im operativen Geschäft für Kernbereiche wie etwa Abrechnung, Honorar und Qualitätssicherung zuständig. Neben dem Volkswirt hatte sich auch Jurist Jens Remmert aus der KV für den frei werdenden Vorstandsposten zur Wahl gestellt. Beide hatten sich bereits in einer nicht-öffentlichen Sitzung der Vertreterversammlung vorgestellt. Bei der geheimen Wahl entfielen dann 22 von 29 abgegebenen Stimmen auf Afful.

Afful gewinnt auch gegen Roos

Getragen von dieser Mehrheit entschied sich Afful dann im nächsten Wahlgang spontan, auch für den Posten des Vorstandsvorsitzenden anzutreten. „Mit diesem überwältigenden Ergebnis hätte ich nie gerechnet. Da hat es mich gepackt“, sagte der sichtlich bewegte Afful im Anschluss an die Wahlen. Auch Vorständin Caroline Roos, bislang Vize neben Plassmann, kandidierte für den Vorsitz.

Erneut entschied sich die Vertreterversammlung für Afful, diesmal mit 21 Stimmen. Damit löste sich die Vertreterversammlung von der bislang üblichen Praxis, den bisherigen Stellvertreter nach Ausscheiden des Vorsitzenden an die Spitze des Vorstands zu wählen. Stattdessen hielt man daran fest, stets das für die Kernbereiche verantwortliche Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden zu wählen.

Mit diesem überwältigenden Ergebnis hätte ich nie gerechnet. Da hat es mich gepackt.

John Afful, Geschäftsführer und neuer Vorstandsvorsitzender der KV Hamburg

Ein echtes „KV-Kind“

Zum Wahlausgang mag aber auch Affuls Werdegang beigetragen haben. Der in wenigen Tagen 56 Jahre altwerdende Volkswirt ist im wahrsten Sinne des Wortes ein „KV-Kind“. Schon Affuls Mutter war in der KV Hamburg tätig. Sie nahm – damals nicht unüblich – ihren Sohn John häufiger mit zur Arbeit. Als Achtjähriger Grundschüler half Afful erstmals beim Eintüten von Rundschreiben in der KV, deren Chef damals noch Dr. Jens Döring hieß. Im Laufe der Jahre folgten zunächst immer wieder Aushilfstätigkeiten. Nach dem Studium und einer Tätigkeit in einer anderen Branche holte der damalige Geschäftsführer Dieter Bollmann Afful als Assistenten der Geschäftsführung in die KV. 1998 wurde er Bereichsleiter Abrechnung und vor zwei Jahren Geschäftsführer. Afful ist nicht nur in der Verwaltung, sondern auch in der Hamburger Ärzteschaft bestens vernetzt. Durch zahlreiche Beratungsgespräche kennt er viele Mitglieder in der Hansestadt persönlich.

Für seine im April 2022 beginnende Zeit als Vorstand hat er sich vorgenommen, das nach seiner Wahrnehmung qualitativ hohe Versorgungsniveau in der Hansestadt zu erhalten. Wichtig sei dafür, die Bedürfnisse der kommenden Ärztegeneration zu kennen und zu berücksichtigen.

„Die nachwachsende Generation muss eine Perspektive haben, wie sie die Versorgung leisten kann“, sagte Afful im Gespräch mit Journalisten. Auch die Entwicklung von Versorgungsangeboten speziell für junge Menschen hält er für wichtig – auch, um deren Gesundheitskompetenz zu stärken.

„Ära Plassmann geht zu Ende“

Affuls Vorgänger Plassmann wird nach Einschätzung des Vorsitzenden der Vertreterversammlung, Dr. Dirk Heinrich, große Spuren hinterlassen. Jurist Plassmann ist seit den 1990er Jahren in der KV beschäftigt und wurde 2004 in den hauptamtlichen Vorstand berufen. 2013, nach dem Ausscheiden Bollmanns, wurde er Vorstandsvorsitzender. „In Hamburg geht eine Ära zu Ende“, sagte Heinrich mit Blick auf Plassmanns bevorstehendes Ausscheiden.

Heinrich erwähnte in diesem Zusammenhang unter anderem die Verdienste Plassmanns bei der Einführung des Arztrufs und beim Betrieb des Impfzentrums in den Hamburger Messehallen, für den die KV in der Hansestadt verantwortlich war. Plassmann geht als KV-Repräsentant aber auch politischen Konfrontationen mit dem Senat nicht aus dem Weg, etwa wenn es um Versorgungsfragen geht. Heinrich zeigte sich trotz der bevorstehenden Verabschiedung Plassmanns überzeugt: „Auch dieser Wechsel wird gelingen.“

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