Kritik an Lauterbachs Klinikreform

Kommunalen Kliniken im Norden gehen die Reformpläne nicht weit genug

Der 6K-Verbund im Norden bietet der Politik konstruktive Mitarbeit an einer grundlegenden Reform an. Neben den Finanzen sollte auch die Personalknappheit in den Blick genommen werden.

Veröffentlicht:

Heide. Die kürzlich vorgelegten Pläne zur Klinikreform gehen dem 6K-Klinikverbund in Schleswig-Holstein nicht weit genug. Der Zusammenschluss aus sechs kommunalen Kliniken kündigte an, sich konstruktiv in die Umsetzung einer Klinikreform einzubringen.

„Aussagen zum Abbau der Bürokratie fehlen vollständig und die vorgeschlagene Öffnung der Kliniken für den ambulanten Sektor ist nicht ausreichend. Außerdem wird die Frage nicht beantwortet, von wem die notwendigen Investitionen zur Umsetzung der Reform getragen werden“, kritisierte der 6K-Vorsitzende Dr. Martin Blümke.

Der Chirurg und Geschäftsführer der Heider Westküstenkliniken hält eine grundlegende Reform der Krankenhausstruktur schon wegen des Fachkräftemangels für erforderlich. Er drängt unter anderem auf Möglichkeiten, Mitarbeitende gezielter einsetzen zu können. Blümke sagte: „Die vorgeschlagene Krankenhaus- und Leistungsplanung anhand von Leistungsgruppen ist daher sinnvoll. Es braucht aber jetzt klare politische Vorgaben, wie die Strukturen verändert werden sollen.“

Prognose: Ohne Inflationsausgleich geraten alle wichtigen Kliniken in schweres Fahrwasser

Er betonte außerdem, dass der erforderliche Umbau der Klinikstrukturen erhebliche Investitionen erfordert, die nicht von den Krankenhäusern getragen werden könnten. „Hier müssen Mittel zur Verfügung gestellt werden. Bei uns in Schleswig-Holstein wird das gut angelegtes Geld sein“, so Blümke.

Unabhängig davon forderte Blümke aktuelle finanzielle Hilfe für die Kliniken: „Ohne einen schnellen und vollständigen Inflationsausgleich, der auch in die Zukunft wirkt, werden alle wichtigen Kliniken in sehr schweres Fahrwasser geraten.“

Dem 6K-Verbund gehören das Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) Neumünster, die imland Kliniken, das Klinikum Bad Bramstedt, das Klinikum Itzehoe, das Städtische Krankenhaus Kiel und die Westküstenkliniken an. (di)

Mehr zum Thema
Schlagworte
Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Therapieadhärenz bei Begleiterkrankungen sinkt

Opioid-Tapering mit mehr Notfallvorstellungen assoziiert