Notfallversorgung

Hausärzteverband Sachsen-Anhalt kritisiert „groteske“ Vorschläge zur Notfallreform

Der Hausärzteverband Sachsen-Anhalt hat anlässlich des Hausärztetags in Wernigerode die Vorschläge der Regierungskommission zur Notfallreform als praxisfern bewertet.

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Wernigerode. Der Hausärzteverband Sachsen-Anhalt hat scharfe Kritik an den geplanten Änderungen bei der Notfallversorgung geübt.

Es mute „grotesk“ an, dass die Notfallversorgung „unter Nutzung der sowieso schon knappen Ressourcen der medizinischen Grundversorgung ausgeweitet werden soll“, heißt es in einer Mitteilung des Verbands im Nachgang zum 31. Hausärztetag am Wochenende in Wernigerode.

Die Regierungskommission beim Bundesgesundheitsministerium hatte im Februar Vorschläge zur Neuordnung der Notfallversorgung vorgelegt. Dabei votiert die Kommission dafür, die Bereitschaftspraxen an Notaufnahmen der Stufe 2 werktäglich bereits ab 14 Uhr zu besetzen und an Standorten der Stufe 3 eine Besetzung rund um die Uhr vorzusehen.

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Die niedergelassenen Ärzte, und hier vor allem die Hausärzte, versorgten heute schon den Löwenanteil der Notfallpatienten, erklärt der Hausärzteverband Sachsen-Anhalt. Eine Lenkung der Erkrankten in die zuständige Versorgungsebene sei sicher sinnvoll, „aber dann mit Kompetenz und dem nötigen Instrumentarium“.

Eine Verweisung von weniger schwer erkrankten Patienten in noch zu etablierende haus- und gebietsärztliche Sprechstunden an Krankenhäusern über 24 Stunden täglich, sei „weder medizinisch sinnvoll noch wirtschaftlich effektiv, geschweige denn personell zu stemmen“. (fst)

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