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Thüringen

Personalausfälle an Kliniken „Achillesferse“ im Corona-Herbst

Seit Wochen kämpfen Kliniken mit Personalausfällen wegen Corona-Infektionen. Viele Pflegekräfte haben sich zudem neue Jobs gesucht. Thüringens Gesundheitsministerin Werner warnt vor Engpässen im Herbst.

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OP-Schwester oder Chirurgin steht müde und ausgebrannt vor dem Operationssaal: Müssen im Herbst wieder Operationen verschoben werden, weil zu viele Mitarbeiter krank sind? (Symbolbild mit Fotomodell)

OP-Schwester oder Chirurgin steht müde und ausgebrannt vor dem Operationssaal: Müssen im Herbst wieder Operationen verschoben werden, weil zu viele Mitarbeiter krank sind? (Symbolbild mit Fotomodell)

© Robert Kneschke / Zoonar / picture alliance

Erfurt. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sieht in Personalausfällen an Kliniken die größte Herausforderung für den bevorstehenden Pandemie-Herbst. „Das Personal ist die Achillesferse“, sagte die Ministerin der Deutschen Presse-Agentur.

Zwar sei bei Omikron oder einer im Schweregrad vergleichbaren Variante des Coronavirus eher eine geringe Belastung der Intensivstationen durch Corona-Patienten zu erwarten. Allerdings könne es zu zahlreichen krankheitsbedingten Ausfällen wegen Infektionen beim Pflegepersonal kommen. „Da besteht dann auch die Gefahr, dass Krankenhäuser wieder Operationen verschieben müssen.“

Kaum Optionen für das Land – außer im Krisenfall

Viele Kliniken klagen seit Wochen über Personalausfälle wegen Corona. Teilweise mussten sie deswegen Stationen schließen. Werner rechnet derzeit nicht damit, dass im Herbst wieder personelle Hilfe von der Bundeswehr für die Kliniken zur Verfügung steht. Auch das Technische Hilfswerk (THW) könne nur dann eingesetzt werden, wenn der Krisenfall ausgerufen werde. Dies sei aber nicht zu erwarten.

„So viele Optionen zur Hilfe hat das Land dann nicht“, räumte Werner ein. „Am Ende müssen alle dafür sorgen, dass wir nicht in eine Personalnot kommen.“ Kern seien Basismaßnahmen wie Maskentragen, Abstandsregelungen und die Corona-Schutzimpfung.

Impfstellen sollen wieder hochgefahren werden

Für die Fortsetzung der Impfkampagne sieht die Ministerin das Land gerüstet. „Wir können ganz schnell die Öffnungszeiten der Impfstellen wieder hochfahren.“ Derzeit sind die verbliebenen 16 zentralen Anlaufstellen noch an zwei Tagen in der Woche stundenweise geöffnet.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte kürzlich gesagt, er erwarte bis zum Herbst vier neue, auf Omikron angepasste Impfstoffe mit Zulassung frühestens am 9. September. Diese sollen dann auch wieder besser vor Ansteckung schützen und nicht nur hauptsächlich vor schweren Krankheitsverläufen.

Werner fordert vom Bund die weitere Co-Finanzierung der Impfstellen bis April 2023. Bisher sei dies bis Jahresende zugesagt. „Wenn die an Omikron angepassten Impfstoffe kommen, kann es aber sein, dass wir die Impfstellen länger brauchen.“ (dpa)

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