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Reform des Medizinstudiums

DEGAM: Beerdigung des Masterplans Medizinstudium wäre „immenser Rückschritt“

Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin warnt davor, den Masterplan Medizinstudium 2020 aufzugeben. Insbesondere angesichts des geplanten Primärversorgungssystem wäre das der falsche Schritt.

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Ein Skelettmodell steht am Institut für Anatomie und Zellbiologie der Justus-Liebig-Universität Giessen in einem Mikroskopiersaal, in dem abgedeckte Mikroskope stehen.

Die DEGAM ist dagegen, den seit 2017 andauernden Reformprozess rund um den Masterplan Medizinstudium zu Grabe zu tragen.

© Sebastian Gollnow / dpa / picture alliance

Berlin. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) hat mit „Sorge und Verwunderung“ auf die Ankündigung des Medizinischen Fakultätentags (MFT) reagiert, bei der Fortentwicklung des Medizinstudiums eigene Wege gehen wollen.

MFT-Präsidentin Professorin Martina Kadmon hatte den Schritt, nicht länger auf eine Einigung von Bund und Ländern beim Masterplan Medizinstudium 2020 warten zu wollen, mit fehlenden Fortschritten bei den Verhandlungen begründet: „Wir appellieren seit Jahren an die Politik, bei der Reform der Approbationsordnung eine Entscheidung zu treffen, und haben unsere Bereitschaft zu einem tragfähigen Kompromiss immer wieder signalisiert“, sagte sie der Ärzte Zeitung.

Als Folge haben sich der MFT und die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) auf gemeinsame Vorschläge verständigt, wie das Medizinstudium auch ohne Reform der Approbationsordnung fortentwickelt werden kann. Das trifft bei der DEGAM auf scharfe Kritik. Die Fachgesellschaft bezeichnet es als „inakzeptabel“, dass der seit 2017 andauernde Reformprozess rund um den Masterplan „endgültig zu Grabe getragen werden soll“.

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Der Reformprozess müsse weitergehen, damit das Medizinstudium „stärker ambulant und allgemeinmedizinisch ausgerichtet werden kann“, heißt es am Freitag in einem Statement der DEGAM. Die Modernisierung des Medizinstudiums sei gerade vor dem Hintergrund der Pläne zur Einführung eines hausärztlich geleiteten Primärversorgungssystems „eine absolute Notwendigkeit“.

Zudem stehe die DEGAM mit ihrer Haltung zur Fortführung des Reformprozesses nicht allein: Auch die Bundesärztekammer (BÄK) und die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) setzten sich für die notwendige Modernisierung der Ausbildung ein.

Die Fachgesellschaft warnt vor einem „immensen Rückschritt“ und „großen Schaden“, wennn MFT und AWMF jetzt offen von den Forderungen zur Fortführung des Reformprozesses abrücken würden. Zudem sei der Vorstoß beider Organisationen vor dem Hintergrund der „jetzigen und zukünftigen Versorgungsrealität völlig kontraproduktiv“. (fst)

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