Bayern

Todesfall nach Infektion mit Bornavirus im Landkreis Mühldorf am Inn

Selten, aber gefährlich: Im Landkreis Mühldorf am Inn ist ein weiterer Mensch am Bornavirus gestorben. Die Krankheit wird von Feldspitzmäusen übertragen.

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München. Nach einer Infektion mit dem seltenen Bornavirus ist ein Mensch im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn gestorben. Das teilten das Landratsamt und das Landesamt für Gesundheit (LGL) in Erlangen mit. Nähere Angaben machten sie nicht. Den Behörden zufolge ist es der dritte Fall einer Bornavirus-Infektion im Landkreis Mühldorf am Inn seit 2019, zwei davon in der Gemeinde Maitenbeth. Alle drei Patienten seien gestorben, so das LGL.

Die Krankheit wird von Feldspitzmäusen übertragen und ist als Tierseuche bekannt, wurde aber in den vergangenen Jahren auch als Ursache schwerer Gehirnentzündungen beim Menschen identifiziert. Um mehr über das Bornavirus zu erfahren, haben das LGL und das Universitätsklinikum Regensburg kürzlich eine Studie gestartet.

2021 bundesweit sieben Erkrankungsfälle

Laut LGL wurden 2021 bundesweit sieben Erkrankungsfälle bekannt, fünf davon in Bayern. Die Meldepflicht für humanpathogene Bornaviren sei erst im März 2020 eingeführt worden, teilte ein Sprecher mit. Ein Teil der bisher bekannten Infektionsfälle, die retrospektiv diagnostiziert wurden und mitunter schon viele Jahre und Jahrzehnte zurückliegen, sei daher nicht an das LGL übermittelt worden.

Durch eine Sensibilisierung für das Thema Bornavirus-Infektionen bei Ärzten und in der Bevölkerung in Bayern sei künftig gegebenenfalls mit einer vermehrten Diagnostik und Fallfindung – und somit einem Fallzahlanstieg – zu rechnen, so das LGL. (dpa)

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