1000 Verletzte in Rostocks Straßen

ROSTOCK (dpa / ddp). Bei Ausschreitungen am Rande der friedlichen Demonstration zehntausender Menschen gegen den bevorstehenden G8-Gipfel von Heiligendamm sind am Samstag in Rostock fast 1000 Menschen verletzt worden.

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Den Angaben zufolge wurden 433 Polizisten verletzt, 30 von ihnen schwer. Bei den schwersten Verletzungen habe es sich um offene Knochenbrüche gehandelt, sagte ein Polizeisprecher. Unter den verwundeten Polizisten seien viele Frauen gewesen. Die Zahl der verletzten Demonstranten bezifferten die Veranstalter unter Berufung auf die Angaben von Sanitätern am Sonntag mit mindestens 520; davon seien 20 schwer verletzt worden.

An den Krawallen hatten sich laut Polizei "mehrere tausend militante Autonome" beteiligt. Diese Gruppe habe kurz nach Beginn der zwei Protestzüge zur Abschlusskundgebung einen geschlossenen "Schwarzen Block" gebildet, und aus diesem heraus später Einsatzkräfte attackiert. Nach Darstellung der Polizei waren die Einsatzkräfte mit Stöcken, Steinen und zerbrochenen Gehwegplatten "in bisher nicht gekannter Brutalität" angegriffen worden. Ein Polizeisprecher sagte, es habe "geradezu Jagdszenen auf Polizisten gegeben", die mit Steinen und anderen Gegenständen beworfen worden seien. Teilweise sei auch mit Latten und Stangen auf seine Kollegen eingeschlagen worden.

Vertreter der Veranstalter und die Polizei nannten übereinstimmend die Attacke von Autonomen auf ein Einsatzfahrzeug als Auslöser der Krawalle. Das globalisierungskritische Netzwerk Attac verurteilte die Gewalt seitens der Demonstranten, machte aber auch der Polizei Vorwürfe. Polizisten hätten unverhältnismäßig reagiert und gezielt friedliche Teilnehmer der Kundgebung angegriffen.

Insgesamt bezifferte die Polizei die Zahl der Teilnehmer an der Großdemonstration auf 30 000. Die Veranstalter dagegen hatten 80 000 gezählt. Widersprüchliche Angaben gab es auch über die Zahl der Festnahmen. Die Polizei berichtete von knapp 100 Demonstranten, die während und nach den Tumulten festgenommen wurden. Der Anwaltliche Notdienst berichtete hingegen von mindestens 165 Festnahmen.

Ein Sprecher der Stadt Rostock sagte, die Schäden an öffentlichen Einrichtungen lägen vermutlich unter einer Million Euro. In der Innenstadt waren viele Fensterscheiben eingeschlagen, die Straßen waren mit herausgerissenen Pflastersteinen übersät, Autos umgeworfen oder angezündet worden. Der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier (CDU), verurteilte die Krawalle: "Das Bild tausender friedlicher Demonstranten wurde von 2000 brutalen Schlägern der gewaltbereiten autonomen Szene zunichte gemacht."

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