Gesellschaft

Ausstellung zu afrikanischen Ritualen gegen Krankheiten

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LUDWIGSHAFEN (syd). Beim 2. Fotofestival Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg haben sich einige Künstler dem Thema Gesundheit aus einem besonderen Blickwinkel heraus angenommen

Ein Afrikaner saugt die magische Heilkraft seines spirituellen Umfelds auf.

Ein Afrikaner saugt die magische Heilkraft seines spirituellen Umfelds auf.

© Foto: Sibylle M. Derr

So sind aus der Werkreihe "Magic and Disease" des 1956 in Johannesburg geborenen Fotografen Santu Mofokeng im Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen noch bis zum 21. Oktober großformatige Schwarz-Weiß-Aufnahmen zu sehen, die im Gebiet der als magisch geltenden Höhlen nahe Clarens in der Provinz Free State nahe seinem Geburtsort aufgenommen wurden. Dieses Höhlenareal gehört zu den heiligen Orten Südafrikas, das von religiösen Gemeinschaften als Raum des Zusammenlebens und der rituellen Praktiken genutzt wird. Auf einem der Bilder ist ein Mann in Lederjacke und Ledermütze mit geschlossenen Augen abgebildet. Er saugt die magische Heilkraft seines spirituellen Umfelds in sich auf, in der Hoffnung, von seiner Immunschwächekrankheit befreit zu werden. Doch die Riten und der verheißungsvolle Zauber hat im Falle des Schwarzafrikaners nicht gewirkt. Er starb an Aids. Mit dieser Serie hat der Fotograf, Santu Mofokeng, nicht nur seinem abgebildeten Bruder Ismael ein Denkmal gesetzt, sondern hinterfragt auch die Möglichkeiten spiritueller Praktiken angesichts einer tödlichen Kranheit.

Mindestens ebenso erschütternd ist die 24teilige Schwarz-Weiß-Serie des Chinesen Yun Sheng Geng von Minenarbeitern im Südwesten der Volksrepublik in der Kunsthalle Mannheim. Die Minenarbeiter arbeiten bis zu zwölf Stunden am Tag unter verheerenden Bedingungen. Schätzungen zufolge sterben in China bis zu 6000 Kumpel pro Jahr bei Grubenunglücken. Die Stollen sind unzulänglich abgesichert, die Arbeiter tragen keine Atemschutzmasken, wenn der Kohlestaub aus riesigen Baggerschaufeln entladen wird, der Durst wird an verrosteten Wasserleitungen direkt gelöscht. Kinderarbeit ist kein Tabu, schon im Schulalter wird geraucht. Yun Sheng Gengs Fotografien beschreiben das Elend, den Schmutz und die damit verbundenen erheblichen Gesundheitsrisiken des chinesischen Bergbaus.

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