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Nachwuchspreis

Auszeichnung für Arbeit über Nierenmärkte

Christin Hempeler, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin der Ruhr-Universität Bochum, bekommt den Nachwuchspreis der Akademie für Ethik in der Medizin.

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Christin Hempeler

Christin Hempeler

© Kramer/RUB

Bochum. Christin Hempeler, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin der Ruhr-Universität Bochum, hat den Nachwuchspreis der Akademie für Ethik in der Medizin erhalten. Die Auszeichnung ist mit 2.500 Euro dotiert.

Die Ärztin hat sie für ihre Arbeit über den Vorschlag der Einführung von sogenannten Nierenmärkten erhalten. Dabei handelt es sich um staatlich regulierte Märkte, auf denen Menschen freiwillig ihre Niere verkaufen können. Hempeler hat untersucht, inwiefern ein solcher Verkauf für in Armut Lebende wirklich freiwillig wäre.

Sie widerspricht der Anwendung der sogenannten Baseline-Theorie auf das Konzept der Nierenmärkte. Nach der Theorie üben neue Angebote keinen Zwang aus, weil sie neue Handlungsoptionen eröffnen, ohne die vorhandenen einzuschränken.

Nierenmarkt führt zu Strukturänderungen

Ihrer Meinung nach würde die Einführung eines Nierenmarktes strukturelle gesellschaftliche Veränderungen verursachen. „Menschen, die in Armut leben, könnten sozialem Druck ausgesetzt sein, ihre Niere zu verkaufen“, erläutert sie. „Oder es könnten staatliche Bemühungen reduziert werden, Armut zu bekämpfen, weil erwartet wird, dass Menschen zuerst ihre Niere verkaufen.“

Hempeler hat an der Medizinischen Hochschule Hannover Medizin studiert und parallel Philosophie und Politikwissenschaften an der Leibniz Universität in Hannover. Berufsbegleitend absolviert sie zurzeit einen Master in Angewandter Ethik am Uehiro Centre for Practical Ethics an der Universität Oxford. (iss)

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