Bildungsmonitor

Bildungsqualität mangelhaft

Stagnation an allen Ecken und Enden: Die Bundesländer haben ihre Bildungssysteme im letzten Jahr kaum verbessert. Das zeigt der Bildungsmonitor 2017.

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Fleißige Schüler, insuffizientes Bildungssystem.

Fleißige Schüler, insuffizientes Bildungssystem.

© Robert Kneschke / fotolia.com

BERLIN. Die Widersprüche im deutschen Bildungssystem verschärfen sich. Das zeigt der Bildungsmonitor 2017, der im Auftrag der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erstellt worden ist.

"Bundesweit gibt es kaum noch Fortschritte in den Bildungssystemen", kritisiert der INSM-Geschäftsführer Hubert Pellengahr. Bei entscheidenden Faktoren habe es sogar Rückschritte gegeben. Demnach brechen mehr Menschen mit Migrationshintergrund die Schule ab, mehr Schüler hätten Schwierigkeiten beim Lesen, und die "Bildungsarmut unter jungen Erwachsenen dürfte in den kommenden Jahren steigen".

Die leistungsfähigsten Bildungssysteme haben im aktuellen Bildungsmonitor Sachsen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg, gefolgt von Hamburg und dem Saarland. Am stärksten konnte in den zurückliegenden Jahren das Saarland zulegen. Die Bildungsausgaben je Schüler wurden im Saarland deutlich erhöht, die Betreuungsrelationen an den Schulen haben sich verbessert, die Forschungsleistung der Hochschulen wurden gesteigert und die Zahl der Studienabsolventen auch in den dualen Studiengängen erhöht. Die zweitstärkste Verbesserung weist seit dem Bildungsmonitor 2013 Hamburg auf. Die Hansestadt hat beim Fremdsprachenunterricht stark zulegen können und die Ganztagsschulen dynamisch ausgebaut.

Frühkindliche Bildung stärken

Eine Folge von Bildungsarmut ist, dass Menschen aufgrund unzureichender Bildung nur schlecht bezahlte Jobs finden und eher von Armut und Arbeitslosigkeit bedroht sind. Das sei besorgniserregend für die Chancengerechtigkeit im Land, mahnte Pellengahr. Und es erschwert Arbeitgebern die Suche nach qualifiziertem Nachwuchs. Je mehr Schüler qualifiziert sind, desto größer ist die Zahl der geeigneten Bewerber.

Im Einklang mit anderen Bildungsforschern fordern die Autoren, bereits die frühkindliche Bildung zu stärken. Zum einen könne die Qualität von Kitas verbessert werden, zum anderem sollten möglichst alle Kinder überhaupt Kitas besuchen.

"Die frühkindliche Bildung hat positive Wirkungen auf die Entwicklung besonders bei Kindern aus bildungsfernen Schichten", schreiben die Autoren. Doch es sind gerade Kinder aus diesen Schichten, die oft gar keine Kitas besuchen. Pellengahrs Fazit: "Der Bildungsmonitor zeigt , dass wir über alle Länder hinweg einen Qualitätswettbewerb in der Bildung entfachen müssen. (eb)

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