Umfrage

Die Versorgungszufriedenheit bröckelt auf dem Land

Die Infrastruktur der Gesundheitsversorgung beurteilen Landbewohner skeptischer als Städter, so eine Befragung. Dabei schneiden Landapotheker besser ab als Landärzte.

Veröffentlicht: 20.05.2019, 05:17 Uhr
Die Versorgungszufriedenheit bröckelt auf dem Land

Idylle auf dem Land? Bei der Versorgung sieht die nicht so gut aus, so eine Befragung.

© by-studio / stock.adobe.com

BONN. Die Zufriedenheit mit der Gesundheitsversorgung in Deutschland variiert deutlich mit dem Wohnort. Stadtbewohner bewerten die Versorgung im Schnitt besser als Menschen auf dem Land. Das geht aus der repräsentativen Befragung von 2000 Personen durch das Meinungsforschungsinstitut Nielsen im Auftrag des Bundesverbands der Arzneimittelhersteller (BAH) hervor.

In kleinen Gemeinden mit bis zu 20.000 Einwohnern vergeben sechs Prozent der Befragten die Schulnoten 5 oder 6 bei der Beurteilung der hausärztlichen Versorgung. In Städten mit mehr als 200.000 Einwohner vergeben nur drei Prozent der Befragten diese schlechten Noten. Umgekehrt vergeben 39 Prozent der Städter bei der Hausarztversorgung die Note „sehr gut“, in kleinen Gemeinden tun dies zehn Prozentpunkte weniger.

Weit hat es die überwiegende Zahl der Bürger nicht zum Hausarzt: 54 Prozent der Befragten geben an, in bis zu zwei Kilometer Entfernung einen Hausarzt zu haben. Zieht man den Radius bis zu fünf Kilometer weit, sind es schon 81 Prozent der Bürger. 61 Prozent der Befragten finden im Fünf-Kilometer-Umkreis auch ein Krankenhaus. Nur sechs Prozent geben an, bis zu nächstgelegenen Klinik seien es 15 Kilometer oder mehr.

Aus den Antworten wurde in der Studie ein Versorgungsindex gebildet, der aus Sicht der Bürger eine Gesamtbeurteilung der Versorgungssituation wiedergibt. Bei maximal 100 Punkten reicht die Skala von 67 Punkten in Orten unter 10.000 Einwohner bis zu 76 Punkten in Städten mit einer Bevölkerung von über einer Million.

Das meiste Vertrauen vor Ort genießen übrigens Apotheker: 73 Prozent sprechen ihnen ein „ausgesprochen hohes“ oder „eher hohes Vertrauen“ zu. Ärzte kommen bei dieser Frage auf 68 Prozent. Nicht mithalten kann da die aktuelle Bundesregierung. Nur 31 Prozent der Befragten billigen ihr Vertrauen zu. (fst)

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