Implantate werden kleiner und intelligenter

DÜSSELDORF (grue). Winzige Prozessoren und Oberflächen mit Nanobeschichtung machen moderne Implantate zu Alleskönnern. Sie können Stoffwechselvorgänge steuern oder Körperbewegungen vermessen. Der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) hat jetzt einige Neuentwicklungen bei der Medica vorgestellt.

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Neu ist etwa ein implantierter Sensor für adipöse Patienten, die bereits ein Magenband haben. Er mißt die Magenfüllung und reguliert die Einstellung des Bandes, sagte Privatdozent Dr. Bernhard Clasbrummel aus Witten bei der Veranstaltung. Bei vollem Magen wird das Band enger gestellt, um das Sättigungsgefühl zu verstärken. Nachts darf es dagegen locker sitzen, damit keine Druckgeschwüre entstehen.

Technisch ausgefeilte Mini-Implantate gibt es auch in der Hüftchirurgie. Dort werden Gelenkprothesen mit kleinen Beschleunigungssensoren bestückt. Sie registrieren Bewegungen und leiten sie telemetrisch weiter. Anhand von Analysen läßt sich dann abschätzen, ob und wie stark sich eine Prothese gelockert hat.

"Mit Hilfe solcher Implantate können unnötige Revisions-Eingriffe vermieden werden", so Clasbrummel. Denn radiologisch oder szintigraphisch lasse sich der Sitz eine Prothese nicht zuverlässig beurteilen. "Von 20 000 Revisions-Eingriffen ist jeder zweite unnötig." Im nächsten Jahr sollen 50 Teilnehmern einer Pilotstudie solche Tele-Monitorsysteme zur Prothesenlockerung implantiert werden.

Noch Zukunftsmusik ist die Weiterentwicklung der Hirnstimulation: Dr. Norbert Hüwel aus Mainz stellte nanobeschichtete Proteine vor, die ins Gehirn implantiert werden. Die Stimulatoren sollen Bewegungsstörungen bei Parkinson lindern.

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