Gesellschaft

Jeden Tag weltweit 8000 Genitalverstümmelungen

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Messer, Klingen, Amulette - Vorbereitung für eine Beschneidung von Mädchen in Kenia.

Messer, Klingen, Amulette - Vorbereitung für eine Beschneidung von Mädchen in Kenia.

© Foto: Imago

FRANKFURT/MAIN (Smi). Weltweit sind 150 Millionen Frauen und Mädchen von Genitalverstümmelung betroffen. Die meisten leiden unsägliche Qualen, da die Prozedur oft mit primitiven Bestecken vorgenommen wird und sich die Wunden entzünden.

Zum heutigen internationalen Aktionstag gegen weibliche Genitalverstümmelung rufen Hilfsorganisationen wie die deutsche Menschenrechtsorganisation Target und das Kinderhilfswerk Plan International für die weltweite Ächtung der grausamen Praxis auf. Jahr für Jahr werden Schätzungen zufolge etwa drei Millionen Mädchen zwangsweise beschnitten, 8000 pro Tag.

Laut Definition der WHO werden als weibliche Genitalverstümmelung sämtliche Eingriffe bezeichnet, bei denen ein Teil der äußeren weiblichen Geschlechtsteile entfernt werden - aus kulturellen, religiösen oder anderen Motiven. Am weitesten ist die weibliche Genitalverstümmelung im nördlichen Afrika verbreitet, hier vor allem zwischen Senegal im Westen und Somalia im Osten. In einigen dieser Länder sind 99 Prozent aller Frauen betroffen.

Auch im Süden Afrikas, in vielen arabischen Ländern (Ägypten, Jemen, Oman, Vereinigten Arabische Emirate, Katar, Bahrain) und in Asien (Indien, Indonesien, Malaysia) werden Frauen auf diese Weise gepeinigt. Durch Migration wird die weibliche Genitalverstümmelung inzwischen jedoch auch in Europa praktiziert.

Den Eingriff müssen die Mädchen meist ohne Narkose unter unvorstellbaren Schmerzen erdulden. Manche verbluten dabei. Viele haben ein ganzes Leben lang Schmerzen, Probleme beim Urinieren, beim Geschlechtsverkehr, während der Periode und bei Geburten. Zusammen mit einheimischen Organisationen versuchen Target und Plan, die Menschen in den betroffenen Ländern für das Thema zu sensibilisieren und über die gesundheitlichen Folgen der Genitalverstümmelung aufzuklären.

Infos: www.target-human-rights.com und www.plan-deutschland.de

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