BARMER-Jugendstudie

Klimawandel: Jeder zweite Jugendliche hat Angst um seine Gesundheit

Mehr als die Hälfte der Jugendlichen rechnet mit negativen Folgen des Klimawandels auf die eigene Gesundheit. Ein Drittel hat sogar große Angst. Das zeigt die aktuelle BARMER-Jugendstudie.

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Berlin. Junge Menschen leiden besonders stark unter dem Klimawandel. Das zeigt die aktuelle BARMER-Jugendstudie 2025/26. Demnach verspüren 31 Prozent der Jugendlichen hierzulande (2024: 31 Prozent, 2023: 36 Prozent, 2022: 37 Prozent) sogar große Angst vor dem Klimawandel (Stufe 8, 9 und 10 auf einer Zehnerskala). Gleichzeitig zeigen die Zahlen aber auch, dass die Ängste von Jahr zu Jahr leicht abnehmen. Die Zahl derer, die keine Angst vor dem Klimawandel angeben (Stufen 1-3), steigt ebenfalls und liegt mittlerweile bei 22 Prozent (14 Prozent in 2021).

Im Zeitverlauf seit 2021 zeigt sich also ein geringfügiger Rückgang der Verbreitung von Klima-Angst. Stattdessen sind andere Ängste wie die vor Krieg massiv angestiegen. Da die Thematik bei vielen auch andere Emotionen wie Wut oder Trauer auslöst, spricht man immer häufiger allgemeiner von Klimagefühlen und nicht mehr nur von Klimaangst.

Mädchen haben negativere Erwartungen

Eine Mehrheit der Jugendlichen (53 Prozent) rechnet mit negativen Konsequenzen des Klimawandels für die Gesundheit. Bei Mädchen liegt die Erwartung negativer Gesundheitsfolgen des Klimawandels mit 55 Prozent spürbar höher als bei Jungen mit 50 Prozent. Auch bei hohem Bildungsniveau sind die Sorgen um Klima und Gesundheit deutlich erhöht (55 Prozent). Nur ein Drittel der Jugendlichen erwartet keine negativen Gesundheitseffekte des Klimawandels.

Den Jugendlichen ist Gesundheit sehr wichtig: für 80 Prozent ist sie „sehr wichtig“ (Wert von 2023, da 2024 und 2025 nicht abgefragt). Nur Freunde und Familie sind noch etwas wichtiger, alles andere ist weniger wichtig. Somit sei es verständlich, dass es bei den Jugendlichen eine hohe Bereitschaft gibt, den eigenen Lebensstil klimafreundlich auszurichten – und damit auch gesundheitsförderlich. Schließlich sei dies der beste Weg, sich nicht wehrlos ausgeliefert zu fühlen und vielleicht auch anderen Mut zu machen, aktiv zu werden, heißt es bei der BARMER. (kaha)

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